Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-03-01 · Heft 3 (März 1880) · p. Seite 130

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 3 (März 1880)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1880-03-01
Page
Seite 130 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829528-2829532-2871916--19411-2871973
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

10! ג WtrW m Sagenmib Märchenkande. der Schüler vom Meister, wie in der Maimonidessage. Die englische Faffung, die die älteste zu sein scheint (aus dem Ende des 16. Jahrhdts. Comparetti a. a. O. II, p. 150 ff.) lautet kurz folgendermaßen: Virgil fühlte sich alt und da gedachte er sich wieder jung zu machen um noch lange zn leben und viele crstaunliche Dinge zu thnn. Er ging daher zuin Kaiser und bat ihn um Urlaub auf drei Wochen. Der Kaiser verweigerte es ihm. Da ging Virgil allein mit seinem treuen Diener in daS Schloß, das er sich gemacht hatte und führte ihn hinunter in das Gewölbe, wo er eine schöne und stets brennende Lampe gemacht hatte. Und da sagte Virgilius zn dem Manne: ״Siehst du die Tonne, welche hier steht?" ״Ja." ״Hierein mußt du mich stecken, doch erst mußt du mich tobten und in kleine Stücke zerhauen und setze dann die Tonne unter die Lampe, daß sie Tag und Nacht hineintropfe und neu» Tage lang mußt du an jedem Tage die Lampe füllen, und fehle nicht!" Der Diener that, wie ihm Virgilius geheißen. Als der Kaiser den Virgilius sieben Tage lang vermißte, zwang er den Diener, der allein znletzt mit Virgil gesehen wurde, Um in den Keller zu führen, wo der Leichnam des Virgil im Fasse lag. Da fragte der Kaiser den Mann: ״Wer ihn so verwegen gemacht habe, seine» Herrn Virgilius so zu tobten?" Und der Mann antwortete dem Kaiser kein Wort, und der Kaiser zog im großen Zorn sein Schwerdt und tödtete des Virgilius Mann. Und als dies gethan war, sah der Kaiser und all sein Volk ein nackendes Knäblein dreimal um die Tonne herumlaufen, welches sagte: ״Verwünscht die Zeit, als ihr hieherkamet״ und mit diesen Worten verschwand das Knäblein und wurde nicht wieder gesehen; und so blieb Virgilius todt im Fasse. (Spazier. Altenglische Märchen I, Braunschweig 1830 S. 134—130. S. Dunlop-Liebrecht Gesch. d. Pcosadichtunge» 187 f.). Auf Paracelsus wurde diese Sage ebenfalls übertragen, nur sollte ihm der Diener zu einer bestimm-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.