Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-03-01 · Heft 3 (März 1880) · p. Seite 129

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 3 (März 1880)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1880-03-01
Page
Seite 129 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829528-2829532-2871916--19410-2871972
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. 123 Schüler unb Maimönides zerstückt und bereitet ihn nach Vor» schrift zu. Als ober die Zeit der Wiederbelebung, die allmälig vorwärtsschreitet, sich nähert, ergreifen ihn Gewissensbisse über die Folgen, die daraitS entstehen könnten, wenn ein unsterblicher Mensch existirte. Er ergreift einen Hammer unb zerschlägt den Necipienten am Anfänge des neunten Monats, wo die formlose Maffe sich zur ersten Gestalt wieder gebildet hatte. Die Masse stürzt leblos zusammen." Ich habe außerdem noch zwei Parallelen mündlich gehört, die ich hier knrz mittheilen will. 1. Maim. und Aristoteles. Maimuni steckte Arist. zerstückelt in eine Flasche, wodurch dieser dann ewig leben wird. Ostern saß Maim. bei Tische nnd sah, wie die Masse in der Flasche Gestalt gewann. Er überlegte nun seine Thal und fürchtete, jener könnte sich, da er uitsterblich sei, für Gott ansgeben. Da Maim. aber fürchtet seinen Schwur zu brechen, rathen ihm seine Schüler, einen Hahn in die Stube zu bringen und zu reizen. Es geschieht, der Hahn springt ans die Flasche unb zerbricht sie. Da war es schon ein kleiner Mensch geworden, der mit dem Finger drohete und verschwand. 2. Der Lehrer des Maim. ließ sich von ihm zerschneiden und unter Pferdemist legen, damit er dann ewig lebe. Nach einiger Zeit läßt ihn der König, bei dem er Hausarzt war, suchen. Durch Drohung bringt er schließlich Maim. dahin, ihm die Wahrheit zu erzählen, worauf der König die Stücke zu ver- ,lichten befahl, damit jener sich nicht, wenn er zu neuem Leben erwachen sollte, als Gott ausgebe. Die Quintessenz dieser Sagen beruht auf dem Versuche vermittelst der Zerstückelung und Präparirung in einem Gefässe, nach Ablauf einer bestimmten Frist zu einem neuen, unsterblichen Leben wiedergeboren zu werden. Der Versuch wird aber gestört nnd mißlingt. Dasselbe wird nun tut englischen, holländischen, nnd deutschen Volksbuche von Virgil erzählt, nur ist hier Virgil derjenige, der von seinem Schüler zerstückt wird und nicht M-«a>«fchrist XXIX. ». 9

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.