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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-03-01 · Heft 3 (März 1880) · p. Seite 123

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 3 (März 1880)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1880-03-01
Page
Seite 123 (sequence 9)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenlunde 123 Nr. 6908 Col. 2289 ff., wo die ganze hierhergehörige pseudepigraphische Literatur aufgesührt ist. Führt uns also schon der Anfang der Virgilsage nach dem Orient, so wird sich uns derselbe auch als Heimath der anderen Wunder- und Zaubermerke des Virgil zeigen. Wir müssen zuvörderst zwei Gruppen der Virgilsagen, nach dem Orte, wo sie localisirt sind, unterscheiden, und zwar neapolitanische, die auch älteren Ursprunges sind und jüngere römische Virgilsagen. Einige Parallelen zu diesen Letzteren hat schon Liebrecht zur Volkskunde S. 88 im Orient nachgewiesen, dagegen kannte man für die Ersteren nur sehr wenige Anklänge an orientalische Sagen. Ich glaube nun sogar den Ursprung derselben, der bis jetzt ganz unbekannt war, Nachweisen zu können. Bekanntlich werden zehn Wunder aufgezählt, die sich theils im Tempel, theils in Jerusalem ereigneten. Aboth V, 5. Aboth de N. Nathan o. 35, Joma f. 21 a. Einige derselben scheinen unzweiselhaft die Quelle für mehrere neapolitanische Birgilsagen zu sein. Die Uebereinstimmung ist trotz des großen dazwischen liegenden Zeitraumes (2.—12. Jahrh.) geradezu erstaunlich, und nur von den wenigsten sind noch anderweitige nahe Parallelen bekannt. Gervasius, der älteste Schriftsteller, dem wir die Kunde von neapolitanischen Virgilsagen verdanken, — lebte am Anfänge de« 13. Jahrhunderts — erzählt nun in seinen ״Otia imperialia“ ed. Liebrecht Hannover 1856 S. 14 o. 12 ״De carne imputrescibili macelli.“ In der Stadt Neapel war eine Fleischbank, in deren Wand Virgil einen Fleischscharren eingemauert hatte und dieser war von solcher Wirkung, daß, so lange der Fleischscharren eingemauert war, kein Fleisch und mochte es auch noch so alt sein, weder anGeruch,noch an Aussehen noch an Geschmack, sich irgendwie veränderte oder verdarb. Liebrecht a. a. O. S. 105

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