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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-03-01 · Heft 3 (März 1880) · p. Seite 119

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 3 (März 1880)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1880-03-01
Page
Seite 119 (sequence 5)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Mürchenlunde. 11a Erzählung. Ebenso in der tibetanischen Fassung, wo der Brahmahne aufgefordert, eine Stute zurüclzutreiben, mit eine in Steine nach ihr wirft, und ihr ein Bein zerschmettert. Worauf der Richter entscheidet: ״Weil der Eigenthinner gern» sen: ״treibe die Stute her", soll ihm die Zunge ausgeschnitten werde»; weil der Brahmane mit einem Steine warf, soll ihm die Hand abgehauen werden." Naher steht dagegen der Schwank in 1001 Tag (Prenzlan 1832) XI p. 203—266: ״Der weitergegebene Schlag." Der Geschlagene kommt vor den Richter, der den Schläger zu einer lächerlich geringfügigen Strafe verurtheilt und den Geschlagenen nun den ganzen Tag auf den Schadenersatz warten läßt. Dieser verliert endlich die Geduld und überträgt dem Richter mit einer tüchtigen Ohrfeige zugleich seine Schuld, die dieser nun für sich in Empfang nehmen kann. Vgl. den rumänischen Schwank: Magaz f. d. Lit. d. Ausl. 1870 p. 580 b ״Gieb sie auch du weiter." Alle diese Einzelheiten, namentlich aber die Auffassung und die Art der Verwendung dieses Stoffes im Talmud, scheinen darauf hinzudeuten, daß wir es hier wirklich mit einer sehr weit verbreiteten Rechtssage zu thun haben, die eigenthümlich genug, sich doch andere, aus buddhistischen Anschauungen entstandene Züge, angceignet hat. Diese Ansicht erhält durch den Talmud noch eine wesentliche Unterstützung, indem an der angegebenen Stelle noch eine Strafe, die die Sodomiter über ein Mädchen, wie die Sage erzählt, über die Tochter Lot's verhängt haben, mit« getheilt wird. Vgl. auch Jalkut I § 70 fol. 18 ä. ״Die Sodomiter hatten, unter Androhung der Todesstrafe, verboten, einem Armen Esten zu verabreichen. Ein Mädchen aber hatte einem einst im Wasserkruge heimlicherweise Brod mitgebracht. Als die Sodomiter es erfuhren, bestrichen sie das Mädchen mit Honig und stellten es auf's

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