Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 3 (März 1880)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1880-03-01
- Page
- Seite 117 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. 117 jedoch heraus, daß er wirklich gestorben sei, und es könne also der Zurückgekehrte nicht der Wirkliche sein, sondern nur ein Geist; um allen Streit zu schlichten, habe er daher befohlen, ihn zu begraben." An diese Recension schließen wir noch einen aus der rufstschen entnommenen Zug an, der hier im Reiter verdunkelt erscheint, und der der talmudischen Parallele besser entspricht. Es ist der Anfang der Erzählung: ״Es lebten in einem Lande zwei Brüder. Davon war der eine reich, der andere arm. Einst kain der letztere zu dem er» sten und bat ihn, ihm sein Pferd zu leihen, um damit Holz aus dem Walde zu führen. Der Reiche wollte anfänglich nicht daran; endlich gab er es ihm doch, aber ohne Geschirr. Denr Armen blieb nichts übrig, als den Schlitten an den Schweif des Pferdes zu binden, und so fuhr er in den Wald. Er lud so viel Holz auf, daß es das Pferd kaum fortschleppen konnte. Indessen kam er damit glücklich nach Hause; als aber das Pferd mit dem Fuder über die hohe Hausschwelle setzen wollte, riß es sich den Schweif aus. Der Bruder, erzürnt darüber, führt ihn zum Richter Schemäka.Ter Beklagte stand hinter ihm (dem Kläger) und hob, so daß es Schemäka wohl sehen konnte, ein Tuch, worin ein großer Stein lag, in die Höhe. Dieser meinte, daß darin ein hübsches Sümmchen liegen möchte, welches ihm zugedacht wäre. Er entschied daher: ״Beklagter solle so lange das Pferd behalten und gebrauchen, ja nicht an beu Kläger zurückge» ben, als bis ihm der Schweif wieder ge.wachsen sei." So weit die russische Erzählung. An Stelle ausgeführter Erzählungen, in denen die einzigen Züge Thaten eines Einzelnen darstellen, enthält der Talmud (Sanhedrin 109 b, daraus Jalkut I 8?0 toi. 18 d Tendlan: