Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 3 (März 1880)
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1880-03-01
- Page
- Seite 110 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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110 Die Fabel in Talmud und Midrasch. gung zum Stoffe dieses Lobgedichts erhielt Jbn Esca sicher von der obigen Erzählung des Midrasch. Zum Schluß der uneigeutlichen Fabeln geben wir hier noch die uns von Hai G a o u und N a s ch i, und zwar von Jedem anders überlieferte Fabel des Rabbi Me Ir, von der uns in Talmud und Midrasch aber nur die biblische Textunterlage angegeben wird. Schon in unserer Einleitung, Monatsschrift, 1876, Seite 33, citirten wir die Talmud Babli, Synhedrin 38 d. 39 a. und Jalkut Mischle § 947 vorkommende Stelle, welche lautet: ואייה יוחנן שלש מאוח משלות שועלים היו לו לר׳יט ואנו אץ לנו אלא שלש אבות יאכלו בוסר ושיני בנים חקהיני1) מאוני צדק אמי צדק, .צדיק טצרה נחלץ ויבא דשע תחתיו *) Auffallend ist, daß der Talmud auch nach Hai Gaon zuerst die Stelle aus Ezechiel und dann erst die Stelle ans L e v i t i c u s citirt, und nicht die Reihenfolge der biblischen Bücher einhält, um die Stelle aus LcviticuS vor der aus Ezechiel zu citiren. Wir vermuthen hier ein qui<l pro quo und möchten für: מאזני צדק אבני צדק lesen: מאזני מרמה תועבת ד') ואבן שלמה (רצונו)) (Mischle 11,1), was also im s e l b e n C a p i t e l d e s s e l b e n B u ch e s vorkömmt, in dem sich die dritte Stelle: צדיק מצרח נחלץ ויבא רשע תחתיו findet. Nach den uns von Hai Gaon und Naschi tradirten Fabeln paßt sogar diese Stelle noch besser als die aus Leviticus. Wir halten sogar dafür, das; Rabbi M L i r die ganze Stelle — V. 1—8 des elften C a p i t e l s i n M i s ch l e — die m i t מאזני מ ר מ ח b e g i n n t und mit צדיק מצרה נחלץ ונוי schließt, zur Jabel vorgebracht habe. Denn die ganze Stelle paßt vorzüglich in den Mund des T u g e n d h e l d e n Neinecke. Wir hatten demnach im zweiten und dritten Citat des Talmud nur Anfang und Ende Einer Stelle .zu erblicken, die Rabbi Möir bei seiner Fabel zur Anwendung brachte. Dadurch wäre nicht nur die R c i h e n f o l g e der Citate im Talmud die richtige, s o irde rn auch die Differenz zwischen Hai Gaon und Aruch einerseits, und unseren Talmudausgaben und Raschi andererseits, bezüglich des צדיק מצר ח נחלץ, welches die erfteren weggelaffen und die letzteren haben, fände dadurch ihre Erklärung, indem ja das 0 צדיק מצרח נחלץls bloßes Ende des zweiten Citats sehr unwesentlich wäre und darum ebensogut stehen wie weg ge las׳