Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1880)
- Article
- Midraschische Exegese
- Date
- 1880-02-01
- Page
- Seite 86 (sequence 3)
- Language
- German
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86 Midraschische Exegese. Haupte zu beginnen 4, 1—5. 5, 11—15, oder gar bei dein Haupte stehen zu bleiben 4, 10 s.; hier wird auf den gegebenen Anlaß hin der umgekehrte Gang vorgezogen." Der Anlaß soll nämlich die Erwähnung ״des Tanzes von Machanaim" in dem dieser Schilderung unmittelbar voraufgehenden Verse 7, 1 sein. Allein abgesehen davon, daß Ewald den Gegensah beider Schilderungen nicht scharf markirt, kehrt er den Spieß um und macht die Wirkung zur Ursache. Nicht weil er vom Tanze spricht, schildert der Freund zunächst die Füße, sondern weil er von den Füßen anfangen will, spricht er vom Tanze. Jenes aber, die Boranstellung der Schönheit der Füße ist echt orientalisch. Mit den or ientalischen Verhältnissen Der« traute (z. B. Viuceuti iir eine»» Feuilleton der ״Presse") erzählen, daß der Schönheitssinn der Beduinen ganz besondere Anspräche an die Bildung des Fußes bei Frauen, und selbst bei Pferden stellt und daß ihr ästhetisches Urtheil in diesem Punkte das der Occidentalen bei Weitem übertrifft. In dieser Feinheit des ästhetischen Urtheils ist denn auch unser Midrasch ursprünglich begründet. 3) Dem Midrasch war das Gesetz nicht unbekannt, nach welchem in den biblischen Schriften die einzelnen Glieder des Vordersatzes und Nachsatzes so geordnet sind, daß es dem Leser überlassen bleibt, die Beziehung zu ermitteln. So steht II. B. M. 25, 7 אמי שהם ואמי מלאים לאפר ולחשן für אבני שהם לאפר ואמי מלאים לחשן, ferner Ps. 113, 5, 61 המגביהי לשבה הטשפילי לראות בשטים ובארץ für חמגביהי לשבח בשטים המשפיל׳ לראות בארץ (Vgl. Minch. Jehuda zur erstangesührten Stelle). Auf Grund dieses Gesetzes erhalten erst Koheleth 7, 16,!7 das richtige und meines Wiffens bisher noch nicht ermittelte Verständniß. Unmöglich!mm ein und derselbe Mensch sagen, noch kann z u einem und demselben Menschen gesagt werden: Sei nicht zu gerecht (v. 16), sei nicht z u schlecht (v. 17). Wer Neigung em-