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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-02-01 · Heft 2 (Februar 1880) · p. Seite 83

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 2 (Februar 1880)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1880-02-01
Page
Seite 83 (sequence 6)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. 83 hundert Goldgulden steckte, um ihn den Leuten mitzugeben. Sonntag früh machen sich die Leute auf den Weg und nehmen erst nach langen« Bitten den Kuchen mit. Als sie in die nächste Stadt kommen, fordert man von ihnen Zoll. Sie haben aber kein Geld und geben den Kuchen an dessen Stelle. Der Zollaufseher konnte ihn auch gleich verwenden, denn wie er sagte, feierte ja R. Abraham Drechsler in Jerusalem bald die Hochzeit seines Sohnes, und diesen Kuchen wollte er ihm als HochzeitSgeschenk schicken. Auf diese Weise bekam N. Abraham Drechsler beu Kuchen mit dem Gelds zurück." ״Moral. Wem Gott geben will, diesem kann Niemand mehr wegnehmen, und wenn es nicht von Gott bescheert ist, dem hilft auch alles nicht: daher habe jeder Vertrauen zu Gott, und Er wird ih»l helfen. Amen!" Ich habe diesen Schluß auch noch hinzugefügt, weil diese ״Moralisationes" auch in den Gesta rom. hinter jeder Erzählung stehen, aber nicht etwa in dieser Form, sondern dort wird vielmehr die ganze Erzählung umgedeutet und allegorisirt; jede Person und jede Thal wird in's Religiöse übergeseht und sie werden zu Repräsentanten der Heiligen oder der Ceremonien der Kirche. Die Moral dagegen, wie sie uns in den jüdischen Erzählungen entgegentritt, erklärt uns leichter den Ursprung oder die Ursache der Verbreitung und Erhaltung derselben durch den Lauf der Jahrhunderte. Die Erzählungen bekamen einen ethischen, erziehenden Hintergrund, den sie nur iHuftviren sollen, wenn sie auch ursprünglich nicht zu diesem Zwecke gedichtet wurden. In den übrigen von mir hier weiter behandelten Beispielen habe ich diese ״Moralisatio" weggclasse», und habe mich mit diesem hier gleich Anfangs gegebenen Beispiele begnügt. Sie stehen auch nur bei den am «neisten verbreiteten und bis in die neuere jüdisch-deutsche Literatur eingedrungenen Erzählungen. In den ältesten Beispielen dagegen fehlen sie zumeist,

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