Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1880)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1880-02-01
- Page
- Seite 82 (sequence 5)
- Language
- German
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82 Beitrüge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. bringen und R. Abraham Drechsler zum Kaufe anbieten, er wird Ntir gewiß einen guten Preis dafür bezahlen." Als er nun Freitag mit den Fischen auf den Markt kam, kanr auch N. Abraham um Fische zu kaufen. Der Fischer sagte: ״Ich habe Euch einen schönen Baum mitgebracht, aus dem Ihr hübsche Sachen drechseln könnet." R. Abraham besah sich den Baum und sie wurden Handels einig. Wie erstaunte dieser, als er zu Hause den Baunr spaltete und das Geld darin fand. Er dankte Gott für diesen Fund und wurde von da ab ein reicher Mann. Der Mann, der das Geld in beu Baumstamm gesteckt hatte, war inzwischen sehr atm geworden und wanderte im Lande umher, um Almosen zu sainmeln. Eines Tages sagte er zu seiner Fran: ״Liebes Weib! gehen mir doch einmal nach Jerusalem, um zu sehen, ob das Geld wirklich, wie die Stinmie uns gesagt hat, zu R. Abraham Drechsler gekommen ist?" Sie machen sich auf den Weg und kommen zu N. Abraham Drechsler; sie thaten aber, als ob sie von nichts wüßten. Freitag Abend wurden nun silberne Leuchter und silbernes Geschirr auf den Tisch gestellt, das sie gleich als das Ihrige erkannten und darüber in Thränen ausbracheu. Der Wirth, als er sie weinen sah, fragte sie nach der Ursache. Sie wollten es aber nicht sagen. Darauf kam die Wirthiu uub drang so lange in sie, bis sie die ganze Geschichte, wie es ihnen ergangen, erzählten, und daß sie jetzt das silberne Geschirr erkannt hatten. Die Frau, die das hörte sagte: ״Betrübet Euch nicht, denn wir werden Euch all das Euere wiedergeben, wir sind jetzt reich genug geworden." Die Armen antworteten: ״Wir wollen das Geld nicht wieder. Wir sehen, das Geld ist Euch bestimmt, gewiß haben mir gesündigt und uns um dasselbe gebracht-" Darauf verbrachten sie einen fröhlichen Sabbath miteinander und wollten nichts von ihren Wirthsleuten annehmen. Als R. Abraham das sah, berieth er sich mit seiner Frau, und ließ einen Kuchen backen, in den er