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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-02-01 · Heft 2 (Februar 1880) · p. Seite 76

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 2 (Februar 1880)
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1880-02-01
Page
Seite 76 (sequence 9)
Language
German
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76 Die Fabel in Talmud und Midrasch. und seines Feldherrn Ursicinus an, wo die Klagen über die ungeheure Steuerlast ״auf den Kanzeln Palästina's ein Echo fanden Der unbekannte Fabulist theilte die allgemeine Anschauung des Alterthums, wonach das Herz als der Mittelpunkt des siltlich-geistigcn Lebens, als Sitz des Verstandes, galt. Darum sagt in unserer Fabel der anatomisirende Fuchs zum Löwen, daß der v o m König zollerhebende Esel kein Herz im Leibe hatte, keins haben konnte. Als Sitz des Verstandes erscheint das Herz, u. v. a. St. Mischte 14,33 חכמה nun גלב גבן; ebenso Hiob 17,4 כי לכם עפנו! משכל. Anregend zu dieser Fabel war jedenfalls die etwas schwerfällige AuLdrucksweise: כבר לב פרעה, was schon Onkelos und sämintlichen Commentatoren, von Nascht bis auf Mendelssohn und Wolf Maier, Schwierigkeiten machte. Aehnlich ist eine witzig sein sollende Midraschstelle zu den Worten: בבר לב פרעה, Schemoth Nabba Cap. 9: כועס הוא מה הכבד כועס אף לבו של וה נעשה כבד אינו מכין כסיל הוא. Noch drastischer daselbst Cap. 13, כי אני ה כברה י אה לבו מהו הכברתי שעש׳ הקב״ה אח לכו ככבד הזז שהיא מתבשלח שניה וארטסים נכנס בחובה כך נעשה לבו של פרעה ככבד הוו ולא היה מקבל דבריו של הקכ״ה. Also auch hier wird Pharao' als herzlos, d. h. verstandlos, hingestellt, der dort, wo andere Menschen das Herz haben, nur gallige Leber, כבר, hatte. Von diesem im Geiste jener Zeit gehaltenen Witze bis zu unserer Fabel, vom Esel-Zöllner ohne Herz,war nur ein Schritt. Die Lehre der Fabel ist eine hochsittliche; sie gipfelt i>r dem edlen Gedanken, daß die menschliche Sünde mehr im Unverstände, in Unwissenheit und Thorheit, ihren Grund habe, als in Bosheit, wie es an der kurz vorher angeführten Stelle, Echem. Nabba, st Vgl, Grätz, Gesch. d. I. IV S. 340.

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