Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1880)
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1880-02-01
- Page
- Seite 74 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829528-2829531-2871845--19341-2871888- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4ד Di« Fabel in Talmud und Midrasch. verlegte, das fortan den Namen Constantinopel führte. Mit diesem Wechsel in der Residenz sollte ein Streich gegen das Hei. denthnm, dessen Drittel- und Brennpunkt Nom war, geführt und das junge Christenthum befestigt werden. Constantius, der seinem Vater auf dem Throne folgte, wüthete in blindem Eifer auf das Furchtbarste gegen Inden tljum wie Heiden thum und wollte beide für alle Zeiten begraben, damit fortan das Christenthum die einzige Weltreligion sei und bleibe. Ihm folgte aber sein überlegter und ihm überlegener Vetter und Mit. kaiser Julian, der dieses Beginnen eben so thöricht wie ungerecht fand und darum Juden — wie Heidenthum wieder in ihre Rechte einsetzte und das Christenthum in seine ehemaligen Grenzen zurückivies; und e r ist der überlegtere Vogel in unserer Fabel, von dem erzählt wird! נא ח ביר ו ועמד לו על גניו וא״ל טו) אח יכילol)l richtiger: כיש גדא וטמיא מולא סוף סוף כמה (כמה. Dies ist die letzte Fabel, deren Erzähler uns mit Name» genannt ist, wodurch wir jedesmal ihre ungefähre Enistehungszeit und dadurch auch ihren wahrscheinlichen EntstehnngS g r u n d ermitteln konnten. Wir habe»! darum auch die bisherigen Fabeln nach der f r ü h e r n und später« Lebenszeit ihrer jeweiligen Erzähler aufeinander folgen lasten ■ Von nun an haben wir es mit anonymen Fabeln zu thun, deren Erzähler in keiner uns bekannten Quelle genannt sind, wodurch auch ihre Entstehuilgszeit schwer oder gar nicht zu ermitteln ist. Wir lassen sie da- ') Eine Ausnahme machten wir bei den drei Fabeln: ,,Die Ströme und d e r Euph rath." ״Der Euphr ath und der Tigris," ״D a s E i s e n und die B ä u m cdie wir trog ihrer Anonymität an dic vpitze unserer Abhandlung stellten» weil wir sie sür die ältesten Fabeln der talmudisch-midraschischen Literatur hielten. Die mehrfachen Beweise hiesilr haben wir in der Monatsschrift 1876, Seite 128—129 und in der dazu gehörigen Anmerkung, ebenso S. 132 und 135, gegeben.