Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 28 (1879)
- Issue
- Heft 11 (November 1879)
- Article
- Eine babylonische Unsitte im Buche Hiob angedeutet
- Date
- 1879-11-01
- Page
- Seite 525 (sequence 5)
- Language
- German
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Ein? babylonische Unsitte im Buche Hiob angedeutet. 525 der israelitischen Betrachtungsweise aus, daß die Götter der Völker eitel, nichtig, Hauch seien (אלילים, יזוהו, הכל). Deutlich genug sagt es Jcremia 1 א, i 5: כי שסזעי שטי לשוא יקטרו; dasselbe wollen auch die Verse ausdrückeu, Jona 2,!> טשמרים הכלי שוא unb Ps. 31, 7 השמרים הכלי שוא. Es bedeutet ״Götzendieust f r ö h n e n." Auch מרטה synonym mit שוא hat zuweilen die Bedeulung ״T r u g bil d , G ö tz en t h u m," insofern es seine Anhänger in T ü u s ch u n g erhält. Diese Bedeutung hat das Wort entschieden in Ps. 24, 4 אשר לא נשא לשוא נפשי ולא נשבע לטרטה; schwören zu oder bei einem Wesen, heißt es anrusen. Der Sinn des Verses ist demnach : ״Der mein Wesen nicht auf das Eitele getrageil und nicht beim Trugbild (Götzen) geschworen hat." In demselben Sinn ist auch תי־טית gebraucht, Jeremia 14,14: חזון שקר וקסם ואליל וחרסית לבם המה מחנכאים לכם und 23,;2(3 נביאי חרמיח לבם. In dein Hiobverse, wo טרטה mit שוא parallel gesetzt ist, bedeutet beides unstreitig, täuschendes Götzenwesen. Dieses wird in Verbindung gebracht mit der Betrachtung einer Jungfrau. Das Verbuin אתבונן ist hier sehr passend gebraucht unb bezeichnet treffend die Situation. Es bedeutet nämlich öfter : g e n a u b e t r a ch t e n, an starre n, a n g l otzen , d. h. mit gespannter Auf- >n e r k s a m k e i t etwas ansehe u. Eine von den beiden Buhlerinnen vor Salomo, welche ein todtes Kind an ihrer Seite benlerkt, sagt (Könige I, 3,21) ואתבונן אליי בבקר וחנה לא היה בני. Ebenso Ps. 37,10 והתבוננה על טקוטו ואיננו; Hiob 30,20 (עטו־חי (רמעהי ״ ,ותתבע ביstarrst du mich an." Stellell wir rrns die Situation vor. Jli dem Tempelram!» der Mylitta sitzen Jungfrauen in Er- Wartung, eine voii einander durch Vinsengcflecht getrennt. Die Fremden gehen vorüber, um ihren Gelüsteli zu fröhnen und zugleich damit einen religiösen Akt zu begehen. Sie suchen selbstverstündlich die schönsten aus, betrachten und starren die Harrenden an, um dann einer von ihnen Geld in den Schoost zu werfen