Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 28 (1879)
- Issue
- Heft 11 (November 1879)
- Article
- Eine babylonische Unsitte im Buche Hiob angedeutet
- Date
- 1879-11-01
- Page
- Seite 523 (sequence 3)
- Language
- German
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Eine babylonische Unsitte im Buche Hiob angcdeutet. 523 daß ihr Binsengeflecht nicht durchgebrochen wurde" (sic zum unzüchtigen Werk zu holen). Diese a^oivta, Bi ns e n gef l e ch t, war eine Art geschiedener Zellen, in welchen die diesen Cultus erwartenden Frauenzimmer zu sitzen pflegten. Wie Herodot schildert, waren zwischen diesett Biilsenabtheilungen Durchgänge für die Fremden, wodurch sie die Frauenzimmer betrachten konnten, ob sie ihrer Geilheit zusagten '). Herodot spricht von babylonischen Weibern im Allgemeinen, daß sie einmal im Lebeir diesem rtnziichtigeir CultuS huldigen mutzten. Aber er kann darunter nur Jungfrauen verstanden haben. Denn nur Jungfrauen opferten ihre Keuschheit der Schandgöttin. Preller bemerkt sehr richtig dazu (Geschichte der Mythologie I, 285): das; die Juiigfrültlichkeil (in alter Zeit) nicht zu der unerläßlichen Bedingung einer glücklichen Ehe gehörte, und daß nur in der Ehe die strengste Keuschheit zur Pflicht gemacht wurde. Auch bei den Griechen pflegten Bornehme und Fürsten ihre Töchter zur Opferung ihrer Jltngfränlichkeit als Hierodulen zum Tempel der Aphrodite zu senden (vgl. Pauly Reallexicon der Archäologie Art. Liorockulou, Döllinger, Heidenthum und Judenthum S. 039 fg.). Haben doch auch die Midiauiter in der Wüste den Israeliten ihre Töchter zu Ehren des Baal-Peor preisgegeben. Jungfrauen waren es also, welche in Babylonien im Tempel der Mylitta so lange sitzen mutzten, bis sie ihre Blume einem Fremden geopfert hatten. Die primitiae tori sollten der Göttin geweiht sein. Diese babylonische Unsitte scheint in der Schlußrede Hiobs geschildert zu sein. Der Dichter läßt nämlich Hiob zuletzt (Cap. 31) den Behauptungen seiner Freunde von seiner Sündenschuld gegenüber, seine verdienstlichen Thaten, seine Tugenden positiv« ') <7X04voif.vtt; ät chtgudvc 71avia ioujioy <m)wv £%wat dt« Tcüv yi'vuixwv, di’ 05v 01 %tv01 dtfgwyrts iXtyoviut.