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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1879-11-01 · Heft 11 (November 1879) · p. Seite 522

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
28 (1879)
Issue
Heft 11 (November 1879)
Article
Eine babylonische Unsitte im Buche Hiob angedeutet
Date
1879-11-01
Page
Seite 522 (sequence 2)
Language
German
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522 Eine babylonische Unsitte im Buche Hiob angedeutet. thum nicht blos offen geduldet, sondern hatte einen geheiligten Charakter. Bemerken wir nebenher, daß unsere moderne Gesittung, welche vor dergleichen einen Abscheu empfindet, aus dem Judenthlun stammt, welches von seiner Wiege an gegen diese Art der Afterreligion, gegen den Baal- und Astarten-Cultus mit aller Energie reagirt hat. Kommen wir auf die babylonische Gewohnheit der Unzüchtigkeit zurück. Die Babylonier und Assyrier verehrteil die Mylitt«, die Liebesgöttin, deren CultuS eben die Prostitution der Weiber war, ivie auch bei den Griechen die A p h r o d i t e U r ania PandemoS die Opferung der Jungfräulichkeit erforderte. Wenn Herodot diese Sitte eine sehr häßliche nennt, daß sich jedes Frauenzimmer einmal im Leber» einen» Fremden preisgeden »»»Affe, so beweist es nur, daß sie zu seiner Zeit in Griechenland nicht mehr so nackt und offen getrieben »vurde. In Babylonien geschah dieser häßliche Act cynischer, als die Fraueuzinlmer im Tempelranme, die Fremden erwarten n»ußtenDas Geld, welches diese für den Act empfinge», »var der Mylitta geweiht. ES ist gleichgültig, ob der CoituS innerhalb des Tempelraumes oder außerhalb vor sich ging, er g ehörte »veseiltlich zum Cultus. Der apokryphische Brief Jeren»ia, welcher »vohl den» ersten Jahrhundert airgehört, kennt auch noch diese Unsitte. Indem der Vers, das Gvtzenthum der Babylonier geißelt, fügt er hinzu, (oder nach anderer Zählung 7, 42, 43): ״Und die Weiber sitzen, von Binsengeflecht, umgeben, aus den Wegen u»»d räuchern kleiartige Oliveir; wenn eine derselbe» von einem Hi>»z»»tretende1» beschlafen wird, tadelt sie ihre Nachbarin, daß diese nicht gleich ihr gewürdigt »vorden »var, und '> Herodot I. 109. dti muruv yvvuixa i.mx»jQcrtv l£0fitv1jv fv [ouv 'A<ji>udü1j$ ämtg ir rtj £0}j /.axO^vcu ü vtyi Sitvo. Strabo, welcher dieselbe Unsitte schildert, hat ni cht SelbstständigeS, »andern hat nur Herodot copirt.

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