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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1879-11-01 · Heft 11 (November 1879) · p. Seite 517

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
28 (1879)
Issue
Heft 11 (November 1879)
Article
Das Buch Tobias oder Tobit, seine Ursprache, seine Abfassungszeit und Tendenz
Date
1879-11-01
Page
Seite 517 (sequence 9)
Language
German
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517 feine Ursprache, feine Abfassungszeit und Tendenz. .ber die Mauer zu werfen beföhlen habe. ,Denn Viele ließ er in seinem Zorne tobten und die Leichname wurden gesucht" (1,18). Wenn diese Darstellung auf .ne hadrianische Zeit angepaßt werden soll, so muß augenommen werden, daß Hadrian auch diejenigen, welche in den Slädten hingerichtet worden waren, unbeeidigt wissen wollte. Eins gehört zum Andern. In der talmudischen Relation vom Bethar'schen Kriege wird allerdings erzählt, wie auf die zersprengten Patrioten Jagd gemacht worden war. Außerdem wurden gewisse religiöse Handlungen an den Ausübenden mit dem Tode bestraft. Es sind also gewiß in den Städten Hinrichtungen in Menge vorgekommen. Wenngleich die Zahl zehn der Märtyrer unter Hadrian als eine runde anzusehen ist, so sind jedenfalls sieben Gesetzeslehrer damals hingerichtet worden. Zu diesen gehörte jedenfalls R. Akiba. Und von diesem erzählt eine Quelle, daß die Römer seine Leiche nicht begraben ließen'). Eine noch zuverlässigere Quelle tradirt, nach der Hinrichtung R. Akiba's hätten zwei seiner Freunde verkündet: bald werde es in Palästina keinen Platz mehr geben, in welchem nicht Leichname unbestattet liege» würden. Das niag ei» Vaticimum ex eventu sein. Als die Hinrichtungen sich häuften, deren Anfang mit R. Akiba gemacht worden war, habe es keinen Platz gegeben, in welchem nicht Hingerichtete Leichname aufgehäuft lagen. Daraus folgt doch mindestens, daß ein Dekret Hadrians verordnet ') Midrasch Mischte zu 0 9. Zuerst werden Züge von R. Akiba's letzte» Tagen nach der talmudischen Relation erzählt und zum Schlüsse beißt es:לאחר שהיה מת (ר׳ עקיכא) לא הניחוהו לקוברו והחזירוהו לכית י האסורים ושכב שס שר בית הסהר לשמרו. Diese Quelle erweist sich zwar als sagenhaft. Sie läßt den Propheten Elia austreten, der einen Jünger 31. Akiba's aussordert, den Leichnam seines Meisters aus dem Kerker zu entwenden, und noch manches andere Wunderhaste. Aber der Umstand, daß R. Akiba's Leichnam nicht beerdigt werden sollte, ist wohl nicht erlanden, sondern nur zur Ausschmückung benutzt worden.

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