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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1879-11-01 · Heft 11 (November 1879) · p. Seite 511

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
28 (1879)
Issue
Heft 11 (November 1879)
Article
Das Buch Tobias oder Tobit, seine Ursprache, seine Abfassungszeit und Tendenz
Date
1879-11-01
Page
Seite 511 (sequence 3)
Language
German
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seine Ursprache, seine AbsaffmigSzcit und Tendenz. 511 des jernsalemischen Talmud ist die Grundlage zur Ermahnung im Buche Tobit gefunden: ״Vor Allem nimm eine Frau aus dem Samen deiner Väter und heiratho nicht eine Fremde, die nicht ans de!n Stamme deines Vaters ist." Aber erstaunlich bleibt diese Empfehlung und Warnung im Tobit und im Talmud immer; sie steht so isolirt. Man sieht sich daher gedrängt, dem Motive einer so seltsamen Anforderung uachzuspüren, ob sie nicht aus einer bestiminte» Zeitlage nothwendig erschien. Eine Andeutung für das Motiv scheint das Buch Tobit selbst zu geben; denn der Aufforderung, innerhalb der Familie zu bleiben, geht unmittelbar der kurze Satz voran: ״Hute dich vor jeder Unzucht" (IV, 12): 7,auunin, muSiov, (i.16 nüa1tc noqvtia•;. Auch in folgenden Versen werden die Rücksichtsnahme auf die Verwandten und die Hut vor Unkeuschheit in engen logischen Zusammenhang gebracht. Sie müssen also einen historischen Eonnexus haben, der um so mehr ausgesucht zu werden verdient, als auch in dein talmudischen Gesetze die Vorschrift, bei Heirathen außerhalb des Familienkreises sich Gewißheit über die fleckenlose Geburt der in Aussicht genommenen Frau, zur Voraussetzung hat, daß eine Ehe mit einer Fremden einen geschlechtlichen Makel haben könnte. Zu einer anderen Untersuchung ist nachgewiesen worden, daß die Familienreinheit, welche seit Esra und Nehemia im ju« däischen Volke wie ein Augapfel gehütet war, in der letzten Zeit des Staatsbestandes vielfach getrübt ivar. Herodes, und die Herodianer haben besonders durch Verschwägerung mit ahronidischeit Fainilien diesen Makel verschuldet und dadurch eine Verwirrung erzeugt (o. S. 494). Diejenigen Kreise, welche auf reine Familienfortpflanzung Gewicht gelegt haben, waren nur beruhigt, wenn sie aus dem eigenen Familienkreise heimtheten. Nur aus dieser Zeitlage heraus ist die Ermahnung im Buche Tobit verständlich: nicht eine Fremde zu nehmen, die nicht

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