Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 28 (1879)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1879)
- Article
- Das Buch Tobias oder Tobit, seine Ursprache, seine Abfassungszeit und Tendenz
- Date
- 1879-10-01
- Page
- Seite 452 (sequence 20)
- Language
- German
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452 DaS Buch Tobias oder Tobit, und Sentenzen im Namen des N. Simon ben Jochai zu tradiren. Die Ausdeutung des Verses: Gerechtigkeit, (Almo sen) rettet vom Tode, kann demnach älter als das dritte oder zweite Jahrhundert sein. — Der vorhergehende Vers in Tobit (IV, 9): ״Ein gutes Depositum legst du dir (mit Almosen) als Schatz zur Zeit der Noth an" (Lti'nu yüg dyaVov ihjcmvgi&ic, auch XII, 8) dieses erinnert ebenfalls an eins ähnliche Vorstellung in der Agada. Von dem zum Judenthum bekehrten adiabenischen König Munabaz wird erzählt, als seine Verwandten ihm Vorwürfe darüber gemacht hätten, weil er zur Zeit einer Hungers- 1!oth den königlichen Schatz für Mildthätigkeit vergeudet hatte, habe er darauf erwiedert, daß er sich damit einen besseren, dauerhafteren Schatz angelegt habe (Tosephta Pea III babl. und jerus. a. a. O.): מעשה בטונבו המלך שעמר ובובו את כל אוצרותיו כשני בצורתי) . . . אמר להם אמתי עזו אוצרות למטה ואני עדתי למעלה יכו.. Tobit hat also mit der agadischen Erzählung von dem adiabenischen König die Vorstellung gemeinsam, daß Wohlthun einen dauernden, fruchtbringenden Schatz jenseits begründet. Auch die Sentenz: ״Gut ist Gebet mit Fasten, aber bester als Beides ist Wohlthätigkeit mit Gerechtigkeit" (XII, 8)״) errinnert an Aussprüche im Talmud: תשובה (צום) תפלה וצדקה• Wir dürfen durchaus uicht überrascht sein, wenn wir noch ') Diese Erzählung kann auf einem Faktum beruhen. Denn auch JosephuS erzählt, das; zur Zeit einer Hungersnoth in Judäa der adiabenischc König Jz ate s seiner damals in Jerusalem weilenden Mutter Helrun viel Geld zugeschickt habe, um für die Hungernden Lebensmittel aus Llegypten und Cypern anzukaufen (Alterth XX. 2. 8 5,2, vgl. darüber MonatSschr. Ig. 1877 S. 243 fg.). Es muß also Jzate s statt Monobaz in der talmud. Erzählung gesetzt werden. Der letztere Name war den Talmudisten mehr bekannt als der erstere. *) Die L. A. schwankt hier in den gr. Texten, am schlechtesten in B. itl-qüeia statt vrt<nua. Die richtige L. A. ist wohl ayadvv fierd vrjGTtcas xai iXsij^offvvrjc, wie die lat. Kirchenväter den Vers wicdergebcn: bona ost oratio ouw zezuuio «t sUssmos^u».