Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 28 (1879)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1879)
- Article
- Die Erlässe Cäsars und die Senatsconsulte im Josephus Alterth. XIV, 10 nach ihrem historischen Inhalte untersucht
- Date
- 1879-07-01
- Page
- Seite 321 (sequence 22)
- Language
- German
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Alterth. XIV, 10 nach ihrem historischen Inhalte untersucht. 321 es seine ThäLigkeit auf eine stille und geräuschlose Lenkung und Leitung des religiösen Volkslebens, und fand darin auch reichlichen Ersatz für den Verlust mancher äußerlichen Autorität, bis zur Zeit der Verbannung des Archelaos und besonders zur Zeit des ״großen Krieges", wo es wieder einen sehr hohen aber rasch verlöschenden politischen Glanz erhielt. Als Ergebniß unserer Untersuchung können wir nun feststellen, daß Cäsars und des von ihm beeinflußten Senats Ver- Ordnungen in Betreff der Juden keineswegs unter dem engen Gesichtskreis von persönlichen Vergünstigungen an Hyrkan und Antipater oder das Land Judäa anzusehen sind. Drei Jahre lang, von seinen Decreten im Jahre 47 bis zu den beiden Senatsconsulten kurz vor und nach seinem Tode 44, hielt Cäsar an bent Geiste dieser Verordnungen und an der systematischen Erweiterung derselben fest. Eine solche Consequenz weist bei einem Staatsmanne wie Cäsar auf weit tiefere Gründe hin, als auf die eines persönlichen Wohlwollens. Cäsars staatsmännischer Adlerblick erkannte vielmehr in den Juden, welche netzartig über einen großen Theil des römischen Reiches zerstreut und doch mit einander zusammenhängend lebten, und so durch den in ihnen geweckten Handelsgeist die thatsnchlichen Vermittler zwischen dem Orient und Occident wurden '), die geeigneten Mitarbeiter an seinein großen Plane, an der Schöpfung eines großen organischeu römischen Reichskörpers. Außerdem bildete aber das Judenthum durch seine bedeutenden und zahlreichen Anhänger in Rom, Alexandrien, Antiochien und in allen bedeutenden Städten des Reiches eine sehr ansehnliche Macht, deren Stütze Cäsar für seine reformatorischen Pläne nicht gering anschlagen durfte. Durch die Sicherung ihrer religiösen Freiheit konnte sich Cäsar ihrer Treue für alle Zeiten versichern. Dies that nun Cäsar *) Vergl. Herzfeld, Handelsgeschichte der Juden des Alterthums p. 200 ff. Graetz, Monatsschrift xxvin. 7. 21