Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 28 (1879)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1879)
- Article
- Die Bibelkritik des Chiwi Albalchi nach Saadia's Emunoth we-deoth
- Date
- 1879-07-01
- Page
- Seite 294 (sequence 6)
- Language
- German
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294 Tic Dibclkntik boä Chiwi Albalchi der Thiere zur Zeit Saadia's auch außerhalb der mutazilitischen Kreise, vielleicht durch diese angeregt, ein sehr beliebtes Thema für philosophische Untersuchungen gewesen sei. So wird dasselbe auch in der Eueuelopädw der lauteren Brüder besprochen zDieterici. Tie Weltseele T. l',8j: ״Tie Gedanken vieler Gelehrten sind verwirrt, wenn sie nach der Ursache forsche», warum von den Thiere» eines das andere fräße, was denn darin für eine Weisheit läge?" Unter den verschiedenen dort angeführten Lösungen dieses Probleins wird auch die unsrige erwähnt: ״Andere reden von Vergeltung", das. S. 10t): ״Als Gott die Gattungen der Thiere, welche auf der Erde sind, schuf, so ivußte er, daß solche nicht ewig bleiben würden, er bestimmte also einer jeden eine höchste Lebensdauer" u. s. w. Auch die von Saadie im dritten Buche des Emnuoth zwar nur einmal erwähnte, wü wir aber bei einer anderen Gelegenheit nachzuweisen gedenken vielfach berücksichtigte Sekte der Barajima macht, »ach Schahr.׳- fiäni II, :;.-7, den Osfeubarungsgläubigen unter Anderem zum Vorwurf: ״Das Schlachten der Thiere zum Opfer". V. und VI. siehe oben. VII. ״Es könnte Jemand über einzelne Gebote nachdenkend die Frage aufwerfeu: Wie ist es denkbar, daß der Mensch, solange sein Körper in vollkommener Unversehrtheit erhalten wird, unvollkommen sei, nachdem man aber ein bestimmtes Stück abgeschnilten hat, dadurch gerade vollkommen werden soll? Ich meine damit die Beschneidung, die ich aber in folgender Weise erkläre. BoUkommen ist cm Ding, an dem weder Etivas überflüssig ist, noch Etwas fehlt. Nun aber ist dieses Stück, das Gott au dem Manne geschaffen hat, überflüssig, darum wird der Mann, indem durch die Beschneidung das Ueberflüssige beseitigt wird, vollkommen". Auch hier bleibt unser Kritiker der von ihm beobachteten Methode treu, eine vom Midrasch und Talmud erhobene Frage aufzunehmen und sie mit Umgehung