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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1879-06-01 · Heft 6 (Juni 1879) · p. Seite 268

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
28 (1879)
Issue
Heft 6 (Juni 1879)
Article
Die Bibelkritik des Chiwi Albalchi nach Saadia's Emunoth we-deoth
Date
1879-06-01
Page
Seite 268 (sequence 9)
Language
German
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268 Die Bibelkritik des Chiwi Albalchi folgt, das ist der Strom der Tradition 1). LLas wir daher in ihm nicht finden, das finden wir iu diesen *), die sonst die Ergänzuug der Gebote bilden, sowohl was ihre Ausdehnung, als auch was ihre Beschasfenbeit betrifft". Wie die letzten Worte in der Widerlegung Saadia's beweisen, vermißt der Urheber dieses Einwands in der Schrift zweierlei, erstens die weitere Aussnhvuufl der für die Ausübung der einzelnen Gebote erforderlichen Bestimmungen (::כירה die guantitative Erweiterung der Gebote)') und zweitens eine Erläuterung über das innere Wesen (איכוהם) der Gebote, Ui re rationelle Begründung, das, was wir unter טעמי מצויה ucvüoboii. Was nun namentlich letzteren Borwnrf betrifft, io herrschte bekanntlich unter den alten Gesetzeslehren eine Meinungsverschiedenheit über die Zulässigkeit einer rationetten Begründung biblischer Gebote, vgl. Talmud Sanhedrin Fol. 21a. Einige Gesetzeslehrer glauben ein solches Verfahren auf das Entschiedenste verurtbeilen zu müssen, Pessachim Fol. : ,ולמכסה עתיק, זה המגלה דברים שביסה עהיק יופץ, פאי כינהו טעמי הורה. Es wird auch im Talmud einmal geradezu die Frage ') Fbn Tibbon braucht hier drei verschiedene Ausdrücke: ,משך ,פבוע מוצא, die wir iu der Uebersenung durch den abwechselnden Ausdruck wieder.ulgeben gesllcht haben. *) ופה שלא מצאנוהו(.) בהם והשליפו בה הפצרה בכפוהם ואיכוחם בזה. Die ersten vier Worte sind, um׳ sie unr uns neben, niwerstäiidlich, das von uns hinzugesngte stomma genügt, nn! uns den Sinn der Worte er׳ kennen .vt lassen. Das Snsjir in פצאנוהי geht, wie ulten bei;יזיזו Tibbon. für בו, also. י״ שלא פצאגו בו (כלו׳ בספר ההורה), ב הבט (כלי נפצא בשכל ובקבלה). י);Vt, wie wir air nehmen. Chiwi der Urheber dieses Einwands, so - würde and) hieraus hervorgeheu. das; derselbe kein .Naraer, sondern ein .Apostat des talmndischen Iudenthums gewesen sei. Irn Munde eines Karaers würde sich die Frage, warum die Schrift 11id)t eine weitere Ansführttng der einzelnen Gebote gebe, seltsam ansnehmen. Die Aothwendigkeit einer solchen weiteren Ausführung ist ja das Argument, das das talmudische Fndenthnm dem Naräismns gegenüber für die Berechtigung der Tradition gellend macht, wie ja auch Saadia an unserer Stelle die Tra- . dition als die Ergänzung des Schriftworts bezeichnet.

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