Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 28 (1879)
- Issue
- Heft 4 (April 1879)
- Article
- Die Erlässe Cäsars und die Senatsconsulte im Josephus Alterth. XIV, 10 nach ihrem historischen Inhalte untersucht
- Date
- 1879-04-01
- Page
- Seite 181 (sequence 6)
- Language
- German
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Merth. XIV. 10 »ach i()1vm historischen Inhalte untersucht. 181 Li״ spezielles Eingehen noch geilug des Neuen und Interessanten bieten. Zunächst uiüssen wir als feststehend annehmen, das; die lerichiedeiien Erlasse Casars und des Senats nicht als zufällige, ,eirennte und zusammenhangslose Ausflüsse eines blos persönichen Wohlwollens, sondern vielmehr als Glieder eines staatsmännüchen großen einheitlichen Organisationsplanes anzusehen and. Bei diesem größten Staatsmanne des Alterthums, von )em Mommsen sagt, daß er nichts ״Einzelnes" geschaffen, indem .alle zu den verschiedensten Zeile» von ihm ansgegangenen Maßegeln sich in den großen Bauplan zweckmäßig einordnen": darf » einer mehrere Jahre hindurch bis zu seinem Tode wiederholt .ufgenommenen Thätigkeil für die Inden ein fester, zielbewusster, inheitlicher ״Bauplan" um so weniger verkannt werde». Dieser ritt uns auch bei einem genauer» Einblick in dessen Erläße klar entgegen. Das l. Decret Eäsars §. 2 und das *) 1. Seuiitnsconsultuiu §5;. •1 1111b enthalten thalsächlich, wie wir veiter Nachweisen werden, in der Form von Bergünstigungeu an Hyrkan die Grundzüge einer nenen Organisation der Juden im römischen Reiche. Damit sind das Ediet Eäsars, welches den Inden die religiösen Zusammenkünfte gestattet und das 2. 8einrt>we«>1wnltnm, welches sämmtlichen Juden im römischen Reiche die volle Religionsfreiheit gewährt, organisch verbunden. Dagegen faßt das 2. Decret Caesars — §. 5 und der l. Theil des tz. 6 bis <(vt71t(QH(0r»v? nach Mendelssohn — hauptsächlich Judäa ins Auge, und das von Mendelssohn sogenannte dritte 8o.nutum:t)1wultnm, tz. 7 und ganz §. 6, schließt sich an dieses mit einigen Erweiterungen an. Somit kehren wir zunächst zu '! Der Uebcrsichtlichkcit wegen werden wir uns der Einthcilung Mendelssohns möglichst anschliesten, ohne dieselbe deshalb als Basis unserer , Untersu6)u»g anzusehen. Die Ergebniste unserer Untersuchung sind von denen Mendelssohns wesentlich unabhängig.