Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 28 (1879)
- Issue
- Heft 4 (April 1879)
- Article
- Zur Composition der agadischen Homilien
- Date
- 1879-04-01
- Page
- Seite 167 (sequence 4)
- Language
- German
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Zur Composition bet agadischen öomilien. 1G7 Wenn mir die Jntrodnctionsformeln der Proömien zumeist durch negative Merkmale bestimmen mußte», so bedürfen wir solcher Kriterien nicht, um ihre Schlußformel» zu charakterisiren. Die Eigenthüinlichkeit dieser Formeln tritt in sehr positiver Weise hervor. Die Proömien in der Pesikta, welche streng zusammenhängende Ausführungen über ihren (Proömial-) Text enthalten, müssen, wie verschiedenartig auch ihre Struktur ist, imnrer zu dem thematischen Texte der Piska — um so den bezeichnenden Vers des der Piska zu Gruilde liegenden Bibelabschnittes zu benennen — hinüberleiten. Diese Hinüberleitung geschieht, in dem das letzte Glied deö Proöms (oder bei kürzeren das ganze Proöin) sachlich ans das Thema oder den Gegenstand der Piska bezogen ivird und zur Begründung (oder 31t anderer näheren Bestimmung) der thematische Text mit gewissen Forincln angeführt wird. Ties ist bei der weitaus größten Zahl der Proömien der Fall, und können bei den übrigen die Schlußsätze leicht emcndirt werden. Wir erkennen die Formenstrenge der Pesikta darin, daß ihr Urheber für sämnltliche Proömien einer Piska sich imnrer derselben Formel bedient, diese Formel in einzelnen verschiedenen Piska's wieder anwendet, so daß im Ganzen nur wenige, aber bcstiinmte Variationen der Schlußsormeln vor- Händen sind. Das Gesagte wird durch folgende Beispiele veranschaulicht werden. In der P. I. schließen die vier Proömien mit: לכך נאפר ויהי ביום בלוח מ•:™, in P. X. die fünf Proömien (vgl. weiter) nrit: לק־ נאמר דחי בשלח סרעה; P. VIII. ist der Schlußsatz für beide Proömien: wo in der Beschreibung des Codex Carmoly, der ein (interpolirter) Codex der Pesikta de Rab Kahana ist, ein Unterschied des Alters zwischen de» beiden Pesikta's (bie dort erwähnte ״sogenannte Pes. von R. Cahana" ist die Rabbati) gar nicht gemerkt wird: von den angeführten Kritikern hielt Znnz auch die alte Pesikta für relativ jüngeren Ursprungs, wogegen Grast iS. 490), Napoport beipflichtend, umgekehrt selbst die P. rabbati als ״eine der ältesten, wo nicht die älteste Agadasammlung" ansah. —