Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 28 (1879)
- Issue
- Heft 3 (März 1879)
- Article
- Zur Composition der agadischen Homilien
- Date
- 1879-03-01
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829514-2829518-2871182--18657-2871201- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zur Composition der agadische» Homilien. 9S sestgegründete Untersuchung angestellt werden könnte. Bei der eigenartigen Beschaffenheit dieser Literatur weiß man selten mit Sicherheit zn unterscheide», was Selbstständiges und Ursprungliches, was Entlehntes und Bearbeitetes ist. Es wäre gewiß eine sehr wichtige Frage, die man sich vorlegen könnte, wieviel denn in allen Midraschwerken bis auf den Jalkut Ursprüngliches übrig bliebe, wenn alle Wiederholungen und wiederholte Wieder- Holungen in jenen Werten würden eliminirt werden. Bote viel würden selbst die ältesten Midraschim, die als solche behandelt werden, Ken. r., Leviticns r., Echa r., die Midraschim, die für die späteren die ergiebigsten Quellen gewesen sind — von ihrem weiten Umfange verlieren, wenn man das Entlehnte in ihnen von dem, was ihnen als ursprünglich eigen ist, sondern könnte? ES war das große Berdieust — und das lange noch nicht genügend gewürdigte — das sich Bnber um die gesammte Midraschliteratnr erworben hat, daß er die alte R. Kahana zugeschriebene Pesikta, die schon seit de»! Ende des 15. Fahrhunderts fast nur noch aus Citirnngen gekannt war «Nachweise bei Zunz, GB. S. 107 und Bnber, Elnl. Nr. 1<0, in einer trefflichen Edition uns wiedergegeben hat. Wir wissen jetzt, in welchem ausgedehnten Maaße und in welcher bestimmten Weise diese Pesikta, die Bnber' etwa in das 4. Jahrh. setzt, für die genannten Midraschim, wie für andere und besonders Tanchuma, als Quelle gedient hat. Zunz hatte in seiner berühmten Reconstruction der Pesikta (GV. cap. 11) das Berhältniß derselben zu den gedachten Midraschim umgekehrt gefaßt und war dazu gelangt, das Jahr 700 für die ungefähre Epoche ihrer Abfassung zu bezeichnen (S. 195). Aber die Beröffentlichnng der Pesikta und ihre Behandlung durch Bnber lieferte den BeiveiS, daß diese Annahme Zunz' sich nicht aufrecht erhalten lasse. - Es ergiebt sich für uns, daß auch wir in unserer Unter-