Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Pharisäismus und Sadducäismus und ihre differirende Auslegung des mimacharat ha-schabbat
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 571 (sequence 4)
- Language
- German
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des ספחי ח השבת. 571 Bewußtsein des Gegensatzes mit den! alten Usus, und zwar auf Grund eines Princips, wonach die specielle Bestimmung der Zeit der Feste der Einsicht und der Entscheidung eines jewelligen Obergerichts anheimgegeben sei. Tiefes Prineiv ist sicherlich so alt, wie die Peruschim selber, hat seine Begründung in deren Streben im Allgemeinen, das Religionsleben mit den Verhältnissen und Bedürfnissen der Zeit in Einklang zu bringen, und wurde später, um ihm Halt im Volke zu geben, an das Bibelmort angelehnt: ״Dies sind die Festtage des Ewigen, die ihr verkünden sollt". (Sifra Emor, Cav. 9 und 10; R. hasch. 25 a.). Von dieser Machtvollkommenheit der obersten Religionsbehörde in Bestimmung der Neumonde und Z/ altjahre und mittelbar der Zeit der Festtage wurde bekanntlich, und zwar nicht bloß aus religiösen, sondern au.5׳ aus Utilitätsrücksichten ein sehr weiter Gebrauch gemacht. (Synh. Na.; R. hasch. 20 a. und sonst.) Warum sollten sie nicht dieselbe zur Beseüigung ihres Kalenderwesens in Anwendung gebracht haben!') 0 Vielleicht beruht auch die Anordnung der Peruschim, das Regierungsjahr des weltlichen Regenten bei der Zeitangabe in Scheidebriefen und Contracten aller Art zu bezeichnen, auf diesem Bestreben, das Institut des Schattmonats mehr und mehr zu befestigen und populär zu machen, indem nämlich sehr häufig die Uebereinstimmung eines angegebenen Monats mit dem bezeichnten Regierungsjahr nur dann fich herausstellt, wenn das Factum eines Schaltmonats vorausgesetzt wird. Das von Ulla (Gittin 80 a.) gegebene Motiv, wegen שלו:” פ? מרת in erfuucen und schwerlich richtig l?). Wäre dem so, dann würde man wohl nach der talmudischen Epoche diese alte Anordnung nicht außer Acht getanen und die Nennung des regierenden Herrschers in ben 'Acten abrogirt haben. (Siehe Maim. Geruschin 4, 12. I, 27 u. Kesef Mischna dazu.) ׳Aus Abod. Elil. 10 a geht sogar hervor, daß man bereits zur Amoräerzeit in Babylonien von der Nennung der zeitlichen Regierung in Acten Abstand genommen hat. Es ist aber vollkommen erklärlich, wenn die ganze Anordnung bloß eine Demonstration gegen die Zadutim gewesen Ln. )aber in 10 später Zeit, wo die Secte gänzlich erloschen war, ihr Motiv verloren harre. Dadurch allein erhält auch die Einsprache eines Zadukaers gegen diese Anordnung iJadaim •1, 8) Sinn und Bedeutung. Hiernach erklärt fich erst recht die Ausdrucksweise der Beraitha in Ab. Elil. daselbst ״in der