Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 564 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829500-2829513-2871051--18500-2871095- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
564■ Die Religionspöllüwvhie des Abraham ibn Daud aus Ts ledo. die an die Opferbanblung geknüpfte Hoffnung aus Vergebung seiner Sünde wird sich der Sünder auch zum Bekenntnis, der!eiben aufgefordert stiblen, wie ja die Schrift dem Opfernden aua> ausdrücklich die Plicht auferlegt: ״Und er soll bekennen, was er gesündigt hat" (Levii. 5, 5) und den Zweck der Opferhanvlung des Priesters dahin bestimmt: ״Und der Priester sühne ihn von der Schuld, die er begangen" (Levit. 4, 35), Und selbst in dem Falle, daß Jemand ein Opfer bringen sollte, ohne dabei irgendeine bestimmte Schuld zu bekeunen, wird er sich doch in dem Bewußtsein, der Priester setze als Veranlassung zu seinem Opfer jedenfalls eine Schuld voraus, innerlich so erschüttert fühlen, daß er gewiß den Enchchluß fassen wird, in Zukunft eine solche Schuld nicht mebv auf sich zu laden. Die Darbringung des Opfers soll aber auch ferner verhüten, daß der der Sünde ergebene Mensch, weil er au der Möglichkeit einer Versöhnung und der Erlangung der ewigen Seligkeit für sich verzweifelt, sich selber aufgebe und sich für :en Rest seines Lebens nur umso rückhaltsloser der Sünde in die Arme werfe. Dadurch, daß dem Sünder in der Darbringung des Opfers die Gelegenheit geboten wird, sich zu einer Thar aufzuraffen, vermittelst welcher er die Versöhnung seiner Schuld zu erlangen strebt, wird die Sehnsucht nach Wiedervereinigung mit Gott auf's Neue in ihm geweck und eine Besserung wirklich angebahnt. Die Verbrennung des Opfert hi er es aber im Angesichte des, seinen thierischen Trieben ergebenen und dadurch in Sünde gerathenen, Menschen ist geeignet, seiner Seele einen heilsamen Schrecken einzujagen, sie soll ihr zum Bewußriein bringen, daß eigentlich die bei jenen sündhaften Handlungen betheiligt gewesenen Seelenkrnfte unb Leibesglieder daS Lanck'al dieses Opferthieres hätten erdulden müssen und daß die'■:.ben von dieser Strafe nur darum verschont blieben, weil diese nicht an einzelnen Theilen des Menschen vollzogen werden kann, ohne den Tod des ganzen Menschen herbei-