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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 12 · p. Seite 558

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 12
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 558 (sequence 27)
Language
German
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IRI
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558 Die Religionövhüo׳'ovhie des Abraham ibu Daud aus Toledo. denn, wie überall, ביו werden auch hier Hebung und Gewohnheit in uns allmälig eine Fertigkeit erzeugen, vermittelst welcher wir das, was wir früher als eine Last empfunden haben, dann mit Leichtigkeit vollbringen werden. Die Tefillin an Stirn und Arm, die Mesusah an den Thürpfosten des Hauses und die Schaufäden an den Enden der Gewänder sind aber die von der Schrift verordneten sinnlichen Zeichen, die uns beständig an Gott unb an die Erfüllung nmerer Pflichten gegen ihn erinnern sollen. Ebenso soll die Feier der verschiedenen Festeszeiten, wie die des Passah- und des Hüüenfestes, des Purim- und des Chanukafestes, uns die gnadenreiche Fürsorge Gottes für unsere Nation zum Bewußtsein bringen und dadurch das Gefühl der Dankbarkeit in uns erzeugen, welches die Gerechtigkeit, die höchste unter allen Tugenden, uns unserem Wohlthäter gegenüber zur Pflicht macht. 1). Unter den Tugenden, die sich auf unser Verhältniß zu unseren Nebenmenschen beziehen, steht in erster Reihe die Sanfrmurh. Auf die Aneignung dieser Tugend legt die Schrift den höchsten Werth; nicht nur daß sie uns dieselbe wiederholentlich, namentlich in den der Weishsitslehre gewidmeten Büchern (Spruchs Salomo's und Koheleth), auf's Dringendste einschärft, sie zählt dieselbe an einer der bekanntesten Stellen sogar unter den Eigenschaften Gottes auf (Num. 14, 18). Mit der Sanftnruth verwandt ist die Tugend der V e rsöhnlichkeit, sie den Menschen befähigt, auf die Wieder- Vergeltung eines ihm widerfahrenen Unrechts Verzicht zu leisten. Als ein leuchtendes Beispiel, wie in jeder anderen, so auch namentlich in dieser Tugend stellt sich uns Mose dar, indem er ungeachtet des feindseligen Verhaltens des Volkes gegen ihn dennoch für dasselbe be׳et (Rum. 21,5 und 7). Die Selbstlosigkei t, in weicher diese beiden Tugenden ihre gemeinsame ') Vgl. Saadia, En.mwrb HI, 58 (et>. Leipz.).

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