Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 550 (sequence 19)
- Language
- German
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550 Die ReligionSohilewohie des Abraham ibu Daud aus Toledo. pheten Micha entgegen: ״Und was fordert denn der Ewige von Dir, als Gerechnaksii üben" u. s. w. (Micha 6, 8). Die Quelle der Gerech!׳.g!eit aber ist die richtige Einsicht und das Streben nach dein regten Maß in allen Dingen, sie wurzelt in dem Gedanken an Ge:: und in der daraus hervorgehenden Verpsiichtung, zur AufrechterLalrung der von Gott gestifteten Weltordnung nach Kräften beiz!::ragen. Den Gegensatz zur Tugend der Gerechtigkeit bilde! das Laster der Ungerechtigkeit; wie die Gerechtigkeit un:er den Tugenden, so nimmt die Ungerechtigkeit unter den Lastern die hervorragendste Stellung ein, sie ist der Gipfel aller Tllorbeit und führt zur Tollkühnheit und zur Uebertreibung in allen Dingen, zur Abwendung von Gott und zur Verletzung der göttlichen Weltordnung. Auf diese Darlegung der allgemeinen Grundprinzipien der Ethik läßt A. b. D., im Anschluß an den Tekalog, eine auf die speciellere Moral und die Bedeutung des Ceremonialgesetzes eingehende Erörterung ׳olgen. Die Verkündigung der zehn final־ tischen Worte, sagt er, ist als ein Beweis der besonderen Fürsorge Gottes für das israelitische Volk anzusehen, denn in diesen die Grundlehren unteres Glaubens zusanimeufasienden Sätzen ist Israel von vornherein ein Schutzmittel gegen die verderblichen Irrthümer und Zweitel verliehen worden, denen die anderen Völker sich ergeben hatten. In seiner ersten Hälfte handelt der Dekalog von dem Verhälrniß des Menschen zu Gott, in der zweiten von seinem Verhältniß zur menschlichen Gesellschaft. Der erste Ausspruch: ״Ich bin der Ewige, dein Gott" u. s. w. will uns, indem er die Erlö׳'ung aus Mizraim als eine unmittelbare That Gottes darstell!, aas Walten der göttlichen Vorsehung in den Geschicken der Msn'chen zum Bewußtsein bringen. Er tritt dem unter den Heiden verbreiteten Jrrthum entgegen, als ob die Leitung der irdischen Tinge nicht auf Gott selbst und die Engel, sondern auf den Einfluß der Gestirne zurückzuführen sei, denen darum