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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 12 · p. Seite 549

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 12
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 549 (sequence 18)
Language
German
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Die Religionsphitosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 5^9 sogar noch weiter gehen, und die Herstellung eines angemessenen Verhältnisses zwischen dem Menschen und Gott gleichfalls als ein Werk der Gerechtigkeit betrachten, denn eine Forderung der Gerechtigkeit ist es, daß wir dem Wohlthäter die erwiesenen Wohlthaten nach Kräften zu erwidern strebe!: oder, wo das nicht in unserer Macht liegt, daß wir ihm wenigstens unsere dankbare Gesinnung auf jede Weise zu erkennen gebe::. Demgemäß wäre die Gerechtigkeit auch als die Quelle der Gottesverehrung und aller gottesdienstlichen Hebung anzusehen 1). Nach einen: dem Volksmuude geläufigen Ausspruch unserer Weise!: ist selbst der Bestand des Hin:n:els und der Erde auf Gerechtigkeit gegründet^), ein Satz, den: sich sogar eine gewisse philosophische Wahrheit abgewiunen läßt. Denn m der Thal ist das Gebot der Gerechtigkeit auch in der Schöpfung maaßgebend und bewirkt, daß einer jeden Materie die ihren: Mischungsoerhältniß entsprechende Form verliehen werde; sonnt ist die gesetzmäßige Ordnung, in welcher die Dinge entstanden sind und ׳weiter fort״ bestehen, ebenfalls auf das Gebot der Gerechtigkeit zurückzuführen. Auch in der Schrift wird die hervorragende Bedeutung der Gerechtigkeit im Vergleich mit de!: anderen Tugende!: dadurch anerkannt, daß die erste!: Züge, die uns aus dem Leben Mose's^ des tugendhaftesten aller Menschen, berichtet werden, dessen Gerechtigkeitsliebe bekunden (Exod. 2, 13 und 17), und daß die göttliche Sendung dem Mose erst nach diesen Beweisen seiner Gerechtigkeitsliebe übertragen wird * *). Nicht minder tritt diese hohe Schätzung der Gerechtigkeit uns in dem Ausspruch des Pro- *) Plato Euthyph. 12. adfinem: Tovro wZvvv 8\10ty8 dox8ly 2 נסüjxoccT8g, rö 1180 uq tov ötxcdov 8ivac evfjc.iti re xui oglqv, to 7teoi tyjv tcov Daaöv Iteoaruetav* *) Mischna. Aboth 1, iS: ,,:״Habbi cimctt ceu Ganäisl orUat■:;;1 sagen: Auf drei Dingen beruht Die Welt, auf Wahrheit, Gerechligteic ׳ und Frieden". *) Vgl. oben S. 461.

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