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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 12 · p. Seite 548

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 12
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 548 (sequence 17)
Language
German
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IRI
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548 Die Neligionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. zum Jähzorn steigern oder in Folge eines Defekts zur Feigheit und Unempfindlichkeit ausarten. Die rechte Mitte zwischen diesen beiden Extremen gilt als die Tugend der animalischen Seelen׳ kraft oder der Kraft der Affekte und wird in der einen Beziehung Tapferkeit, in der anderen Sanftmut h genanntl). Die der Vernunftkraft eigenthümliche Tugend aber ist die G erechtigkeit, denn die Vernunft vermag die ihr obliegende Herrschaft über die beiden anderen Seelenkräfte nur vermittelst der Gerechtigkeit auszuüben, indem sie einer jeden von ihnen das ihr gebührende Maaß, nicht mehr und nicht weniger, zugesteht. Die Gerechtigkeit im weitesten Sinne, wie sie hier gefaßt wird, bezieht sich nicht allein auf das Verhältuiß des Menschen zur Außenwelt, z. B. zu den Genossen seines Haus׳ und Staats-׳ wesens, sondern auch auf das Verhältniß der verschiedenen Seelenkräfte zueinander, sie nimmt somit unter allen Tugenden den obersten Rang ein*). Man könnte *) Wie in der Definition des Begriffs der Tugend als der rich- Ligen Mitte zwischen zwei Extremen (ÖQxXög Xoyog) so folgt A. b. D. dem Aristoteles auch in der Definition der einzelnen Tugenden. Wir glauben an dieser Stelle eine Emendation in unserem Texte Vorschlägen zu müssen. Tie richtige Mitte zwischen תגבורת הכעס und שפלות kann nicht, wie es bei uns heißt, הגדלת הנפש (S. 98 Text), sondern muß eine der Aristotelischen 7rqq.6zr{g (Eth. Nicom. IV, 11. 1125, b.) entsprechende Eigenschaft, also etwa (nach Maimonid. Einleit. zu Aboth Cap. IV.) סבלניות sein. ') Plato Rep. IV, 441, das. 443 : Tö de ye aXrjOeSt tocovtov fxev to 7jvy wg eocxev, ף dcxacoavvy], aXX’ ov neol T)]v e£0) nodgov reov ccvtov, äXXa neol rr^v evTog cög dX?]0-wg, tc 6 o 0 £ a v t ö •v xai Ta iavrovy {.irj edaavra r’aXXoTooa nqdTxetv ixctarov £v avT0) t,cr(de reoXv710aץßovelv noög dXXijXa ev t7j *pvxfj aXXä tco ovu ra olxela ev. O'iuevov xai dogavra avmv ainov xai x0G<ArfiavTa xai cpt?^ov yevojaevov eavro) xai *vvfcof.ioaavra TQ0a ovTa x. r. X. Auch Aristoteles erkennt die Gerechtigkeit in dieser weiteren Bedeutung an, Etb. Nieom. V, 3. 1129, b. 17. 25 ffg., das. 1130. a, 8: avrrj ^1ev ovv 7ן dcxaioGvvrj ov {ueoog äoerijg aXXf 0X7] doerrj iattv, oi>d’ fj ivavua ddoxta ixeoog xaxcag äXX’ 0X7] xaxca.

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