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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 12 · p. Seite 547

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 12
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 547 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 547 Ausschreitungen nach der einen oder nach der anderen Richtung hin zu bewahren hat Den im Menschen zur Vereinigung gelangenden drei Seelenkräften entstammen drei Kardinaltugenden und ebensoviele Kardinallaster, indem, wie unser Philosoph wiederum im Anschluß an Plato behauptet, eine jede der drei Seelenkräfte die Quelle für eine Kardinaltugend und ein derselben entsprechendes Kardinallaster ift* *). Die Kraft der Begierden z. B. kann nach den beiden entgegengesetzten Richtungen hin ausschreiten, sie kann entweder bis zum Uebermaaß gesteigert oder auch in ihrer Entwicklung so zurückgeblieben sein, daß sie bis zur Empfindungslosigkeit herabsinkt. Zwischen diesen beiden Extremen aber liegt diejenige Eigenschaft, die wir als die Tugend des Begehrungsvermögens, nämlich als Enthaltsamkeit, Mäßigkeit oder mit einem ähnlichen Namen bezeichnen*). Ebenso ist auch die animalische Seelenkraft oder Die Kraft der Affekte der Verirrung nach beiden Extremen hin ausgesetzt, sie kann entweder in Folge eines Uebermaaßes sich zur Tollkühnheit und י) Saadia, Emunoth X. S. 145: 1אגל כח ההכרה הוא אשר ידין על־ הכהות האחריכם. Die leitende Einsicht (הנהגה), durch welche das ethische Verhalten des Menschen bestimmt wird, wird von Plato auch (SOipCa, von Aristoteles (poövyjcng genannt, vgl. über Plato's a0(füc Phaodrus 237, Rep. IV. 441 u. a. O. ״Die (poov^acg ist aber das auf's ethische Verhalten bezügliche Wissen, die Ethik nichts Anderes als die Darstellung der Grundsätze, welche die (foov^atq feststettt, weshalb ne Eudemus geradezu mit diesem Namen bezeichnet". Zeller a. a. O. (Aristoteles) II, 2. S. 469 Anm. *) Ueber die drei Kardinaltugenden Plato's ((yccxpooövvfy dvöota, aotpCa) und deren Verhältnis; zu den drei Seelenkräften vergt. Zeller a. a. a n, 1. S. 365. 3) A. b. D. meint hier die von Plato und Aristoteles als aojftooai'V)] bezeichnete Tugend, für welches Won sich freilich ebensowenig in eurer der modernen wie in einer der anderen alten Sprachen eine den Begriff vollkommen deckende Uebersetzung finden läßt. Jbn-Tibbon in der Uebersetzu-ng von Maimonides Einleitung 311 Abotb (Cap. IV) giebt das griechische Wort mit dem hebräischen זהירות wieder. So*

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