Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 544 (sequence 13)
- Language
- German
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544 Die Religionsrhilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. lungsprocesse sich allmälig nähere, finden sich in der heiligen Schrift bereits b11:־:I1d) ausgesprochen, und ohne Zweifel ist auch die Entwicklung 7-w wissenschaftlichen Ethik von der Schrift nicht unbeeinflußt geblieben 1). Die höchste Aufgabe der praktischen Philosophie besteht nach der Ansicht unseres Philosophen darin, das Streben des Menschen nach Glückseligkeit der Verwirklichung entgegenzuführen. Tie menschliche Glückseligkeit aber ist nicht nur von der höchsten sittlichen Vollendung des Individuums bedingt, sondern sie bedcrm zu ihrer Realisirung auch einer angemessenen Leitung des zugehörigen Haus- und Staatswesens, deren Beschaffenheit auf das Wohlbefinden des ihnen angehörenden Individuums nichr rhne Einfluß ist. Tie praktische Philosophie umfaßt 1::::0ן neben der eigentlichen Ethik oder Sittenlehre auch die Gesellschaftslehre, oder die Lehre von der Führung des Hauses und von der Staatsleitung 2). Die Ethik, als die eigentliche Tugend- oder SiLtenlehre, ist mithin nur ein Theil der praktischen Philosophie und wird .von A. b. D., nach dem Vorgang der philosophischen Schrift- ') Em. Ram. 3. 101 Text: וזה הפילוסופיא המעשיר־ז, דד*־־* נמצארת בתורה על אופן יותר שלבם, ומן התורה נלקח ואל תכליתה תלך. Die C'imüesiung der ganzen Philosophie in die theoretische und praktische wird von späteren Peripatetikern dem Aristoteles zugeschrieben, sie finde: sich schon bei Alexander Aphrodisiensis in Analyt. prior. und bei Tiewnes V, 28. Nach Diogenes zerfällt die praktische Philosophie in die Erhik und die Politik, oie Politik in die Lehre vom Staat nur׳ rie Lehre vom Hauswesen. (Vgl. Zetter. Philos. d. Griech. II. 2. 3. 124 Anmerk. 2 (2. Ausl.)). Zeller bestreitet den aristotelischen Ursprung rer Eintheilung der praktischen Philosophie in Ethik, Politik und Dz::~::r.:i und meint, dieselbe sei von den Späteren aus der unächten Oekonornn: ::::Ahnt worden (vgl. Zetter a. a. 0. -3.126 An merk. 6). Aristoteles faßt nnw Zetter's Annahme die praktische Philosophie unter .dem Namen der Politik zusammen, unterscheidet jedoch die eigentliche Staatslehre von der Ethik (vgl. a. a. D. S. 468, Au merk. 3).