Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 534 (sequence 3)
- Language
- German
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534 Die ReligionS p h i l o!: r h i c des Abraham tön Sctuo aas Toledo. nung wäre sinnlos, trenn die Befolgung der Gebote den: Menschen nicht möglich wäre,, sie wäre überflüssig, wenn die Beobachtung derselben mit Varurnothwendigkeit erfolgen niüßte, etwa wie das Einathinen der kalten und das Ausathmen der warnren Luft'). Der menschlichen Willensfreiheit als dem snbjektiven Moment endoricht als objektives Korrelat der Begriff der Möglichkeit. Die Zulässigkeit dieses Begriffes ist allerdings angefochten worden, n:an hat gegen denselben nämlich den Einwand erhoben, daß die göttliche Allwissenheit durch ihn eine Beschränkung erfahre; dieser Einwand beruht jedoch auf einer Samens- oder Begriffsverwechslung. Der gewöhnliche Sprachgebrauch freilich bezeichnet auch dasjenige als möglich, dessen Unentschiedenheit nicht in seinem Wesen an sich begründet ist, ׳'andern nur uns als solche erscheint in Folge unserer mangelhaften Kenntniß von seinem Wesen. In diesem Falle ist die Möglichkeit allerdings nur die Folge unserer beschränkten Einsicht, eins tiefer in das Wesen der Sache eindringende Erkenntniß biugegen würde diesen Schein der Möglichkeit beseitigen. Fernand, der sich in Spanien aushält, kann z. B. darüber in Ungewißheit sein, ob in diesem bestimmten Augenblicke der König von Babplon noch lebe oder bereits gestorben sei, er wird demgemäß Beides für möglich halten. In Wahrheit aber besteht hier gar keine Möglichkeit, sondern in diesem wie in jedem Augenblicke ist die Sache entschieden und entweder die eine oder die andere Voraussetzung mit völliger Bestimintheit eingetroffen. Ebenso wird der der Astronomie Unkundige das Stattfinden einer Mondünsterniß in einem bestimmten Monat für möglich erklären, während der Astronom darüber völlige '1 Wir Unterlasten es Läc Parallelstellen aus anderen Philosophen anzuführen, da eine so naä.uiegende Beweisführung selbstverständlich sich überall Nachweisen läßt.