Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Pharisäismus und Sadducäismus und ihre differirende Auslegung des mimacharat ha-schabbat
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 527 (sequence 6)
- Language
- German
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des 527 .ממחרת השבת Worten nicht hervor. Ich vermuthe, daß es sich hier um Jbbür handelte, daß nämlich zur Zeit, oder vielleicht schon vor Antigonos, die pharisäischen Häupter, immer noch die Monate zu je dreißig Tagen zählend, anstatt die zur Ausgleichung mit dem Sonnenjahr fehlenden Tage auf die eine oder die andere oben angegebene Weise zu ersetzen, es vorgezogen, etwa alle sechs Jahre einen ganzen Monat einzuschalten. Ein Jahr aus 13 Monaten zu haben, das war eine große Neuerung, wovo׳ die Bibel nichts weiß. Denn, daß die Deutung des נציב אחד in 1. Könige 4, 19 auf einen Schaltmonat (Synh. 12 a.) keinen exegetischen Werth hat, ist klar und übrigens durch 1. Chron. 1,27 widerlegt, ebenso wie die talmudische Deutung des חדש השני der Chronik, Chiskijahu habe einen Nissan zum Schaltmonat gemacht (Pessachim 56 a.), dem Wortsinn nicht entspricht. Es ist begreiflich, daß es die Zadukim an ihrem Widerspruch nicht fehlen ließen und heftig dagegen stritten. Da fand sich, so zu sagen, ein neutraler Boden, worüber die Bibel gar keine Andeutung giebt, die genaue Fixirung der Monate. Antigonos ergriff dieses Moment, verordnete, daß die Monate wirkliche Mondmonate sein sollen, d. h. der Monat mit dem Erscheinen der neuen Mondsichel zu beginnen habe. Dies entspricht dem Worte חדש und konnte dem Volke nur plausibel erscheinen. Nun aber war die Lücke zwischen 12 Monateil und dem Sonnenjahre so weit, daß sie füglich nicht besser, als durch einen jeweiligen Schaltmonat ausgefüllt werden konnte. So verstehe ich Saadia's Worte, daß Antigonos' neue Neumondsbestimmung eine Maßregel gegen die Zadilkim war, nämlich um dem Institut des Jbbür Halt im Volke zu geben. Geiger freilich (Urschrift S. 106) nimmt es mit diesem Berichte Saadia's gar leicht, legt nicht das geringste Gewicht darauf, bemerkend: ״Daß Saadia sich die geschichtlichen Thatsachen zurechtgelegt, wie er sie zur Begründung seiner Ansichten . . . für nothwendig hielt . . . ist