Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Pharisäismus und Sadducäismus und ihre differirende Auslegung des mimacharat ha-schabbat
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 524 (sequence 3)
- Language
- German
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52-1 Pharisäismus und Sadducäismus und ihre differirende Auslegung (He-Chaluzl. S. 144) stellt freilich, in Uebereinstimmung mit den blinden Nachbetern der talmudischen Worte, es als ausgemachte Thatsache hin, daß die Neumondsfeststellung in der biblischen Zeit auf Grund der Beobachtung der Mondessichel geschehen sei. Woher die Herren aber das wissen, ist ein Räthsel. In der Bibel findet sich keine Andeutung dafür; die Deutung des מה ראה וקדש — החרש הזה לכם wird sicherlich von keinem Wahrheitsliebenden anders als eine bloß spätere Anlehnung betrachtet werden. Der Umstand aber allein schon, daß während der ganzen biblischen Periode keine Centralbehörde existirte, wie später das Synhedrin, welche die Neumondserscheinung constatiren und promulgiren konnte, und die Confusion, die entste- Heu mußte, wenn ein Theil des Volkes die neue Mondsichel am 30. Tag, ein anderer Theil aber sie erst am 31. wahrnahm, und jeder Theil nach seiner Wahrnehmung den Monat begann, spricht mit Entschiedenheit gegen eine solche Annahme'). In voller Uebereinstimmung hiermit zeigt sich Deut. C. 16, welches Peßach und Sukkoth nicht an den ersten und den siebenten Monat, sondern an Frühling und Herbst knüpft, weil eben zwölf Monate zu je 30 Tagen mit dem Sonnenjahre sich nicht ausgleichen, und der erste und der siebente Monat nicht immer, vielmehr nur selten mit Frühling resp. Herbst zusammentreffen. Die Stellen 1. Könige 6, 1 und 38, wo זיו und כול als der 2. und 8. Monat bezeichnet sind, ebenso 8, 2, ivo in im siebenten Monat erscheint, werden wohl nicht ernstlich hiergegen angeführt werden können, da alle die Bezeichnungen 2 הוא החדש השניc. 2c. für das kritische Auge auf den ersten Blick als spätere Zusätze sich erweisen. (S. Geiger : Urschrift S. 70 Ende.) Ebenso wenig kann 1) בחדש אשר ברא םלכו. Könige 12, 33) etwas dagegen י) Auch Saadia Gaon (bei I. Jsraölil und R. Chananel in den weiter unten anzuführenden Stellen nehmen Beide an, das; man in biblischer Zeit den Neumond nicht nach dessen Sichtbarwerden bestimmt habe.