Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 516 (sequence 14)
- Language
- German
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$16 Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daüb aus Toledo." Urheber des Guten und nicht des Bösen, oder der des Bösen und nicht des Grtten sein 1). Soll daher der Glaube an das Walten einer göttlichen Vorsehung nicht erschüttert werden, so muß für den Ursprung des Bösen eine Erklärung gefunden werden, die mit diesen: Glauben nicht im Widerspruch steht. Die Begriffsbestimmung des Bösen, vermittelst deren A. b. D. die hier vorliegende Schwierigkeit zu lösen unternimmt, ist freilich auf Plato als auf ihren ersten Urheber zurückzuführen 2 *). A. b. D. jedoch hat dieselbe nicht mehr dem Plato zu entlehnen gebraucht, er konnte sie bereits auf jedem der beiden von ihm benutzten Quellengebieten, sowohl bei Saadia 8), wie bei Alfarabi 4 * * *) und Jbn-Sinaß) vorfinden. Danach ist Gott allerdings der alleinige Urheber alles Guten, Realen und Positiv en in der Welt; das Böse aber ist eben nichts Reales, es ist ein Negatives, die Abwesenheit des Guten und Realen, und darum liegt es schon in seinem Begriff, keinen U r h eber zu haben4). Die platonische Auffassung, nach der י) Em. Ram. S. 94 Text, deutsche Uebers. S. 119. Saadia macht den Dualisten gegenüber geltend, daß der Mensch, wenn er auch verschiedene Kräfte in sich vereinige, dennoch als ein einheitliches Subjekt zu betrachten sei, da die verschiedenen seelischen Thätigkeiten zuletzt doch in einem Gesammtbewußtsein zusammenkämen, vgl. Emunoth I, S. 26; das. S. 34; das. VI. S. 96. *) Nach Plato ist nicht die Idee oder Gott, sondern die Materie, also das Nichtsein, der Ursprung des Uebels. Arist. Metapli. I, 6 wird von Plato gesagt: m 68 rrjv vov 8v xal tov xaxa>g alriav xolg cwi- %8C0cg a71ed(X)x8v §xm8Q01g §xa7;sgav, vgl. Zeller Philos. d. Griech. II, 1. S. 602. Anmerk. 4. *) Saadia, Emunoth I, S. 29. 4) Schmolders, Documenta philos. Arab. pag. 54. *) Schahrest. II, 273. •) Auch in die neuere Philosophie hat diese Begriffsbestimmung des Bösen Eingang gefunden, sie bildet z. B. die Grundlage, auf welcher Descartes seine Iheoälces aufbaut; so erklärt Descartes den Irrthum des Menschen als eine Negation, insofern wir der richtigen Erkenntniß enthehren, Llsäitat. IV. pag. 21, Princip. I, §. 35, 36, 37 (eä. Franef, *M.).