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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 11 · p. Seite 515

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 11
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 515 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. SIS philosophischen Systems seiner Lösung entgegengeführt werden soll. Menschliche Willensfreiheit und göttliche Vorsehung oder Vorherbestimmung sind jedoch zwei Begriffe, die einander gegenseitig auszuschließen scheinen; und in der That laufen ihre Grenzen so ineinander, daß eine befriedigende Lösung des vorliegenden Problems sich nur von einer, auf genaue Fixirung beider Begriffe erstreckenden, Untersuchung erwarten läßt. Zunächst aber wird der Begriff der göttlichen Vorsehung festzustellen und gegenüber den, wider ihn sich erhebenden, Thatsachen des Lebens zu rechtfertigen sein; wir werden vor Allem für das in der Welt vorhandene ״Böse" eine Erklärung suchen müssen, mit welcher der durch dasselbe sosehr bedrohte Glaube an eine göttliche Vorsehung zusammen bestehen kann. Soll alles Existirende in Folge göttlicher Vorherbestimmung in's Dasein getreten sein, so wäre Gott als Urheber auch des in der Welt vorhandenen Bösen anzusehen; dagegen aber würde unsere anderweitig gewonnene Vorstellung vom Wesen Gottes, von seiner Weisheit, Güte u. s. w. Einspruch erheben. Unser Philosoph geht sogar noch weiter, er meint, wäre Gott in der That der Urheber des Bösen, so könnte er gar nicht der Urheber auch des Guten sein. Die Annahme, auf die dieser Schluß sich gründet, ist freilich schon von Saadia in seiner Polemik gegen die Anhänger des Dualismus, die sich derselben gleichfalls bedient hatten, zurückgewiesen morden. Sie geht von der Voraussetzung aus, daß ein und dasselbe Subjekt niemals der Träger zweier einander entgegengesetzter Wirkungen sein könnte. Dem Menschen kann man nur deshalb, weil er ein z u s a m m e ngesetztes Wesen ist, die Urheberschaft von Gutem und Bösem zuschreiben; im Grunde aber sind die Träger beider auch in ihm verschieden, denn als Subjekt des Guten ist die Vernunft, als das des Bösen das Begehrungsvermögen anzusehen. Gott aber als ein absolut einfaches Wesen kann nur entweder der 2s»

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