Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 508 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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508 Die Religionsphilosüphie des Abraham ibn Daud aus Toledo. daß er hinzutrat", und ebenso in der Geschichte Gideon's, während es zuerst heißt (Richter 6, 1t): ״Und es kam zu ihm ein Engel Gottes", dann von demselben Wesen gesagt wird: ״Und es wandte sich zu ihm Adonai" ״und es sprach zu ihin Adonai", so darf es als vollkommen erwiesen angesehen werden, daß es einen Engel gebe, der den Gottesnamen Adonai führe; und zwar ist das unter den Engeln derjenige, dem die besondere Fürsorge für das israelitische Volk anvertraut ist. Mit diesem Ergebniß einer zwar Etwas äußerlichen, aber doch immerhin noch ziemlich ungezwungenen Exegese ausgerüstet, glaubt A. b. D. über jede, einer vernunftgemäßen Auffassung der Schrift sich widersetzende, Schwierigkeit hinwegkommen zu können. Der von ihm aufgestellte Kanon: In jedem Ausspruch der Schrift, der, auf Gott bezogen, mit der Erhabenheit und Reinheit unseres philosophischen Gottesbegriffs nicht vereinbar wäre, muß an Stelle Gottes ein Engel substituirt werden, entspricht auch in der That vollkommen der Stellung, welche die Kosmogonie Alfarabi's und Jbn-Sina's den Engeln oder Mittelwesen anweist. Denn wenn zwar in dieser die gesammte Schöpfung ihrem letzten Grunde nach allerdings als ein Werk Gottes anzusehen ist'), so sollen doch nicht alle einzelnen Schöpfungsakte auf Gott selbst als ihren u n m i t t e l b a r e n Urheber zurückgeführt werden, weil das weder mit dem Begriff der Einheit, noch mit der Würde des göttlichen Wesens im Einklang stände. Nur die Welt in ihren großen Umrissen, wie die Schöpfung des Himmels und der Erde, ist unmittelbar aus der Schöpferthätigkeit Gottes hervorgegangen, hingegen die Weiterführung des Schöpfungswerks bis in seine einzelnen Gestaltungen, sowie auch die unmittelbare Leitung der Weltereignisse, die Vollstreckung der Geschicke an Individuen wie an Völkern ist von ') Em. Ram. 5. 87 Text, deutsche Uebers. S. II t.