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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 11 · p. Seite 509

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 11
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 509 (sequence 7)
Language
German
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Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 509 Gott den Engeln oder Mittelwesen übertragen worden '). Mit dieser Darlegung abermals an die Schöpfungslehre anstreifend verrüth A. b. D. auch hier wieder seine unbestimmte und schwankende Stellung diesem Probleme gegenüber. Die auch von ihm zugestandene Beschränkung der unmittelbaren Schöpferthätigkeit Gottes auf die Hervorbringung der Weltkörper nähert sich sosehr der späteren Auffassung der aristotelischen Schöpfungslehre, nach welcher bekanntlich die göttliche Vorsehung sich nur bis zum Monde, nicht aber auch auf die Erdregion erstrecken soll*), daß A. b. D. sich gezwungen sieht, mit aller Entschiedenheit dagegen Verwahrung einzulegen, als habe auch er etwa den Voraussetzungen, auf die diese Lehre sich gründe, und den aus ihr sich ergebenden gefährlichen Konsequenzen seine Zustimmung ertheilen wollen. Nach der Ansicht der Philosophen sei die Wahrung der Wesenseinheit Gottes allerdings unvereinbar mit der Ausdehnung seiner Vorsehung auch auf die sublnnarische Welt, oder gar auf die singulären Dinge in ihr. Da nämlich das Wissen Gottes, wie jedes seiner Attribute, niit seinem Wesen identisch sein soll a), so könne sich dasselbe auch nur auf sein Wesen erstrecken, denn ein Wissen von den singulären Dingen würde ja in das Wissen Gottes und somit auch in sein Wesen eine Vielheit hineintragen. Diese Schlußfolgerung glaubt unser Philosoph jedoch als eine Ueberschreitung der der menschlichen Vernunft gesetzten Erkenntnißschranken zurückweisen zu müssen. Man dürfe eben das göttliche Wissen nicht nach Analogie des menschlichen Wissens beurtheilen 4). Der Mensch freilich kann in jedem Augenblicke nur von einem Gegenstände ein Wissen der Wirklichkeit nach besitzen, von den anderen Dingen hingegen nur ein Wissen der ') Siehe oben S. 410. ') Zeller. Philos. d. Griech. II, 2. S. 361 Anmerk. 3. b) Siehe oben S. 365. 4J Em. Rani, S. 87 Text; vgl. Maimonides, More III, 16; das. III, 20,

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