Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 11 · p. Seite 486

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 11
Article
Über die Bedeutung der masoretischen Bezeichnung: "Unterbrechung in der Mitte des Verses"
Date
1878-01-01
Page
Seite 486 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829500-2829512-2870991--18414-2871004
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

486 Ueber die Bedeutung der masoretlschm Bezeichnung: den hebräischen Text als den allein authentischen zu betonen und durchweg zu negiren, daß etwas in diesem fehle, wenn es auch im griechischen Texte enthalten ist. Die damaligen Schriftkundigen gaben die Lücke des נלכה השדה nicht zu, so unschuldig der Satz an sich ist, weil es für sie eine principielle Frage war. Aus demselben Grunde bestritten Lonsano und Norzi mit Leidenschaftlichkeit die Richtigkeit des Piska an dieser Stelle. Aber der Masoret, welcher diesen Vers mit Piska in einem Codex bezeichnet hat, aus welchem es in die später angelegten übergegangen ist, hatte gewiß Kunde von dieser Lücke und wollte sie damit andeuten. Auch das ist bemerkenswerth. Dasjenige, wogegen die Palästinenser sich sträubten, gab dieser Masoret oder Copist zu. Woher hatte er diese Kunde? Aus der Septuaginta etwa? Unmöglich. Denn dann hätte er noch mehrere andere Zusätze in dieser Uebersetzung, welche im hebr. Texte fehlen, andeuten müssen. Ferner haben noch zwei andere Pentateuch- Verse dieses Zeichen, wovon w. u>, ohne daß die DLX dabei einen andern Text haben. Er muß also bei solchen Versen aus anderen Codices das Fehlende notirt haben. Jedenfalls könnte man vermuthen, daß der Masoret, welcher die Piska notirt hat, ein Babylonier mar. Dort hatte die Polemik über Werth oder Anwerth der Septuaginta keinerlei Bedeutung; man rannte dort weder diese, noch den Mißbrauch, welchen die Christen davon machten. In Babylonien oder Mesopotamien hat noch der Uebersetzer der syrischen Peschito diesen Zusatz wiedergegeben: «נרדא לפקעת. Und es gilt jetzt als ausgemacht, was Mehrere und besonders Di׳. Perles begründet haben, daß die syrische Pentateuch-Uebersetzung von einem, die Halacha und Agada berücksichtigenden, Juden angelegt ist. Dieser hat also keinen Anstoß daran angenommen, das in die Uebersetzung aufzunehmen, was im hebräischen Texte fehlt. Oder in dem Codex, aus dein er übersetzt hat, hat diese Stelle נלכה השדה nicht gefehlt. Es

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.