Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Über die Bedeutung der masoretischen Bezeichnung: "Unterbrechung in der Mitte des Verses"
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 486 (sequence 6)
- Language
- German
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486 Ueber die Bedeutung der masoretlschm Bezeichnung: den hebräischen Text als den allein authentischen zu betonen und durchweg zu negiren, daß etwas in diesem fehle, wenn es auch im griechischen Texte enthalten ist. Die damaligen Schriftkundigen gaben die Lücke des נלכה השדה nicht zu, so unschuldig der Satz an sich ist, weil es für sie eine principielle Frage war. Aus demselben Grunde bestritten Lonsano und Norzi mit Leidenschaftlichkeit die Richtigkeit des Piska an dieser Stelle. Aber der Masoret, welcher diesen Vers mit Piska in einem Codex bezeichnet hat, aus welchem es in die später angelegten übergegangen ist, hatte gewiß Kunde von dieser Lücke und wollte sie damit andeuten. Auch das ist bemerkenswerth. Dasjenige, wogegen die Palästinenser sich sträubten, gab dieser Masoret oder Copist zu. Woher hatte er diese Kunde? Aus der Septuaginta etwa? Unmöglich. Denn dann hätte er noch mehrere andere Zusätze in dieser Uebersetzung, welche im hebr. Texte fehlen, andeuten müssen. Ferner haben noch zwei andere Pentateuch- Verse dieses Zeichen, wovon w. u>, ohne daß die DLX dabei einen andern Text haben. Er muß also bei solchen Versen aus anderen Codices das Fehlende notirt haben. Jedenfalls könnte man vermuthen, daß der Masoret, welcher die Piska notirt hat, ein Babylonier mar. Dort hatte die Polemik über Werth oder Anwerth der Septuaginta keinerlei Bedeutung; man rannte dort weder diese, noch den Mißbrauch, welchen die Christen davon machten. In Babylonien oder Mesopotamien hat noch der Uebersetzer der syrischen Peschito diesen Zusatz wiedergegeben: «נרדא לפקעת. Und es gilt jetzt als ausgemacht, was Mehrere und besonders Di׳. Perles begründet haben, daß die syrische Pentateuch-Uebersetzung von einem, die Halacha und Agada berücksichtigenden, Juden angelegt ist. Dieser hat also keinen Anstoß daran angenommen, das in die Uebersetzung aufzunehmen, was im hebräischen Texte fehlt. Oder in dem Codex, aus dein er übersetzt hat, hat diese Stelle נלכה השדה nicht gefehlt. Es