Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Arles
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 471 (sequence 2)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Juden in Arles. 471. hängigkeit barg, war nicht von langer Dauer. Es hörte wohl mit dem Sturze der bischöflichen Macht auf, und die Gemeinde erhielt in der Verwaltung ihrer inneren Angelegenheiten ihre frühere Selbstständigkeit wieder. Unter der neuen Herrschaft der Grafen der Provence gestaltete sich auch die Lage der Juden günstiger als vorher und in der zweiten Hülste des dreizehnten Jahrhunderts macht sich in ihren geistigen Bestrebungen ein Heidenthums in Mesopotamien, sprechen. Während aber nach A. b. D.'s Darstellung das ״Volk" die Prophetie.Mose's nicht principiell verworfen haben soll, gehört nach Schahrestani's Bericht (II, 4—60) die Verwerfung jeder Prophetie und die dafür eintrerende Vermittlung der geistigen Wesen zwischen Gott und den Menschen zu den Grundlehren der Szabia. Allein wenn auch Chwolsohn's Mißtrauen gegen die Darstellung Schabrestani's unserer Ansicht nach zu weit geht, dieselbe durch A. b. D. vielmehr in mancher Hinsicht bestätigt wird, so stehen doch in diesem Punkte gerade SchahrestLni's Darstellung Berichte anderer arabischer Schriftsteller gegenüber, die auch den Szabia die Annahme von Propheten zuschreiben. So führt Chwolsohn eine Stelle aus dem Fihrist ebU'lüm des En-NedLm an, welche die von den Szabia an den Propheten gestellten Ansprüche behandelt, Chwolsohn II, 11; 123. An der letzteren Stelle heißt es : ״Er (sc. Hermes) verhieß den Anhängern seiner Religion Propheten, welche nach ihm kommrn würden, und gab die Beschaffenheit eines Propheten an, indem er sagte: er (der Prophet) ist frei von allem Tadelnswerthen und allen Verbrechen, dagegen vollkommen in allen lobenswürdigen, ausgezeichneten Eigenschaften, er ist unfehlbar und jeder ihm vorgelegten Frage gewachsen, mag ihr Gegenstand etwas auf der Erde und im Himmel, oder ein Heilmittel gegen irgend ein Leiden sein. Ferner (ist ihm das eigenthLmlich), daß seine Gebete in Bezug auf Alles, um was er Gott bittet, erhört werden, und daß seine Lehre und sein Bekenntniß der Art sind, daß dadurch die Wohlfahrt der Welt gefördert wird", vgl. a. a. O. II, 529. Uebrigens nahmen die Barahima oder Brahmanen, die Schahrest. II, 355 gleichfalls zu den Szäbia rechnet, wenn sie auch die übernatürliche Beschaffenheit der Propheten verwarfen, doch menschliche Gesandte -der Gottheiten die Menschen an, Schahrest. II, 357. Vielleicht bezieht sich auch das, was A. b. D. über die Ansichten des ״Volkes" in Betreff der Abrogation berichtet, auf diese Barahlma, die auch von Saadia in seiner Auseinandersetzung über die Möglichkeit einer Abrogation mehrfach erwähnt werden, Emunoth III, S. 71. Eine dieser Ansicht des ״Volkes" entsprechende Aeußeruug der lauteren Brüder ist mir nicht bekannt.