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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 10 · p. Seite 467

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 10
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 467 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daiid aus Toledo. 467 oder Vernunftgesetze find solche Gesetze, die vermöge ihrer Vernunftgemäßheit ihre Beglaubigung in sich selber tragen und mithin keiner äußeren Beglaubigung durch eine Offenbarung bedürfen. Solcher Art sind z. B. die Gesetze der Moral und alle diesenigen Gesetze, auf deren Befolgung der Bestand der menschlichen Gesellschaft und jeder staatlichen Ordnung beruht, denen daher selbst diejenigen im Verkehr miteinander sich fügen müssen, die sich zu offener Fehde gegen die gesellschaftliche Ordnung miteinander verbinden. Ohne eine gewisse Achtung vor Gesetz und Recht und ohne Treu und Glauben im gegenseitigen Verkehr könnte selbst eine Räuberbande nicht bestehen >). Die Vernunftgesetze erfreuen sich daher auch bei allen Nationen der gleichen Anerkennung, sie sind gemisserniaßen das einigende und staatenbildende Element unter den Menscheil. Die Bewohner eines Staates mögen in Folge der unter ihnen herrschenden Glaubensverschiedenheit einander noch so heftig anfeinden und sich gegenseitig aus's Erbittertste bekämpfen, so stellen die Vernunftgesetze doch inlmer wieder einen Einignngspunkt her, iil dem die sonst nach den verschiedensten Richtungen auseinanderstrebenden Kräfte sich friedlich begegnen und sich zu einem einheitlichen Organismus zusammenschließen *). Wie aus dieser Darlegung den Mutazila nach Schahrest. l, 40 ganz geläufig gewesen zu sein. Die Bezeichnung für das Offenbarnngsgesetz ist bei den Mutazila, analog dem hebräischen 7n׳pr2L״ ,׳von dem Hören von Außen im Gegensatz zu der Thätigkeit der eigenen Vernunft hergenommen", vgl. Haarbrücker zu Schahrest, l, 40; Dieterici, Anthropologie (lautere Brüder) 2. 106: ״Derartig sind nun die Leute der Tradition, welche die Religion nur vermöge des Hörens vernehmen" u. s. w. ') Em. Ram. 2. 75 Text, deutsche Uebers. S. 94; vgl. Kosari ll, 48. Piato Rspnd. I, 35t: Joxst; av ij mtXcv rj argamnedov ij Xyaväg tj xXinvag i\ aXXo n eiivog, bau xotvij im u i'gxercu ädCxmg, 7cga§ao av n Svvug&üi, 6i äö'txoUv äXXijXovg; ov Sijva, // d’ bg 7,. r) Eni. Nom 2. 75 Text, deutsche Uebers. 2. 94. 30*

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