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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 10 · p. Seite 466

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 10
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 466 (sequence 15)
Language
German
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466 Die Neligionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. zu berücksichtigen. Wir werden daher hier zwei Fragen zu erörtern haben, e r st e n s: Kan» überhaupt die Möglichkeit zugegeben werden, daß irgendeine göttliche Offenbarung wieder aufgehoben werde? und zweitens: Falls eine solche Annahme statthaft sein sollte, ist eine Aufhebung der das Judenthum begründenden Offenbarung denkbar? Gehen wir jedoch auf den Inhalt der Religionsurkunden ein, so läßt sich die uns beschäst tigende Frage noch enger umgrenzen. Der Inhalt der Religionsurkunden ist nämlich ein zweifacher, erstens ein g eschichtlicher und zweitens ein religionsgesetzlicher. Selbstverständlich aber kann der geschichtliche Theil der Neligionsurkunden einer Abrogation nicht unterliegen, denn eine geschichtlich überlieferte Thatsache ist entweder geschehe» oder sie ist nicht geschehen, ein Drittes giebt es hier nicht. Entdecken wir daher zwischen den Urkunden zweier verschiedener Religionen einen Widerspruch, der sich auf die als geschichtlich erzählten Thatsachen bezieht, so haben wir nur die Wahl, entweder beide Berichte als unglaubwürdig zu verwerfen, oder uns für einen derselben zu entscheiden und den ihm widersprechenden als lügenhaft oder untergeschoben zurückzuweisen. Der gesetzliche Inhalt der Neligionsurkunden zerfällt aber gleichfalls in zwei verschiedene Gruppen, die eine umfaßt diejenigen Gesetze, die in der Sprache der Logiker als al l g em e in g ult i g e (מפורסמים), in der Sprache des Kalam's als Vernunftgesetze (מושכלים) bezeichnet werden, die andere diejenigen Gesetze, die von den Logikern. überlieferte (מקובלות), im Kalam vernommene (שמאיות) Gesetze genannt werden'). Allgemeingültige ') Em. Rain. S. 75 Text, deutsche Uebers. S. 34. Die Termini שכליות für Vernunftgesetz und שמעיות für Traditions- oder Ceremonialgesetz sind in die jüdische Literatur von Saadia (Emunoth III. Buch) eingeführt worden. Unser Verfasser bezeichnet dieselben als im Kalam gebräuchliche Termini (ואצל בעלי חכמת הדבור); und in der Thal scheinen sie bei

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