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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 10 · p. Seite 461

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 10
Article
Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
Date
1878-01-01
Page
Seite 461 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 461 gesetz hinaus sich erstreckende Macht eine ausreichende Erklärung. Durch seine Berufung als Mittelsperson zwischen Gott und den Menschen wird der Prophet selber gleichsam auf die Stufe der ״getrennten Intelligenzen" emporgehoben 1). Die Prophetie ist an gewisse Bedingungen geknüpft, die sich theils auf die Person des Propheten, theils auf die allgemeinen Verhältnisse beziehen. Unter den auf die Person des Propheten bezüglichen Vorbedingungen steht selbstverständlich die geistige Begabung desselben obenan. Mit dieser muß sich aber auch eine hervorragende sittliche Begabung, ein Charakter von makelloser Lauterkeit verbinden * *). Ganz besonderes Gewicht legt die heilige Schrift in dieser Beziehung auf die Eigenschaften der Demuth und der Wahrheit- oder Gerechtigkeitsliebe, zwei sittliche Vorzüge, die bei Mose, dem größten aller Propheten, zu höchster Vollkommenheit entwickelt waren *). lieber die, auch von Maimonides und den späteren Religionsphilosophen vielfach erörterte, Frage, ob die Prophetie ausschließlich als Naturbegabung, gleichsam als ein Gnadengeschenk Gottes, anzusehen sei, oder ob die Erlangung derselben auch durch menschliche Bemühung gefördert werden könne, äußert sich A. b. D. in folgender Weises. Die zur Prophetie erforderlichen Fähigkeiten, auch die sittlichen,- können wohl bei einzelnen Menschen gewissermaßen schon von ihrer Geburt an in genügendem ') Jbn-Sina. Schahrest. II, 284; das. 331: ״Zuweilen aber schreitet eine menschliche Seele in der Erhabenheit bis zu einem Punkte fort, wo sie jenen Seelen lso. den getrennten Intelligenzen) gleich wird, daß sie also wirkt, wie sie wirken, und Macht über das ausübt, worüber sie Macht ausüben". *) Jbn-Slna, Schahrest. II, 278. *j Für Mose's Gerechtigkeitsliebe führt A. b. D. als Belege an sein Eintreten für den schuldlos angegriffenen Hebräer (Exod. 2, 13) und für die Töchter Rsuels (das. 3, 17; vgl. More II, 45). *) Em. Rain- S. 73 Text, deutsche Uebers. S. 92.

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