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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 10 · p. Seite 440

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden)
Date
1878-01-01
Page
Seite 440 (sequence 8)
Language
German
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440 Zur Geschichte der Falaschas labessinische Juden). sie ihm zu diesem barbarischen Verfahren Veranlassung gegeben hätten, wird nicht mitgetheilt. Sodann zog er gegen den König Radaet von Semisn. Dieser war gegen Sertza Denghel nicht so glücklich, wie gegen dessen Vorgänger Menas. Er wurde zur Unterwerfung gezwungen und lieferte sich persönlich dem Kaiser aus, der das Leben des Gegners schonte oder vielleicht Vertrags!näßig schonen mußte und ihn nach Wadge verbannte. Der Judenstaat in Seinisn verblieb indessen in seiner bisherigen Verfassung und scheint wieder ein Gideon dessen König geworden zu sein. Gegen das Ende seiner Regierung gerieth der Kaiser in Krieg mit dem türkischen Pascha der ehemals jn Abessinien gehörigen und erst im löten Jahrhunderte von den Türken eroberteir Hafenstadt Massaua. Der Kaiser zog dem Pascha, der in die Nordprovinzen Abessiniens eingefallen war, mit einem Heere entgegen. Er passirte init demselben die Provinz Waggara, deren gebirgigen Theile damals gleichfalls von zahlreichen Juden bewohnt wurden, die unter der Autorität eigener Stammesfürsten standen. Sertza Denghel wünschte dieselben zu bekriegen. Da er sie aber in ihren Gebirgen nicht aufsuchen mochte, so ließ er, um sie aus denselben herauszulocken, die in der Ebene belegenen Ackerfelder der Juden plündern und deren dort weidenden Viehheerden wegtreiben. Die Kriegslist gelang, die Juden kamen in großer Anzahl von deu Bergen herunter. Ihr Anführer war Geschea, der Bruder Gideons, Königs von Semi4n. Die muthigen Falaschas stellten sich dem Kaiser, der zu den tüchtigsten Feldherren gehörte, die Abessinien je besessen hat, in offener Feldschlacht entgegen. Dieselbe wurde am tüten Januar 1594 im ebenen Lande von Waggara geschlagen und fiel unglücklich für die Juden aus. Viertausend von ihnen und unter diesen ihr Feldherr Geschen, bedeckten das Schlachtfeld. Der letzte Feldzug des Kaisers gegen die Juden war gegen

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