Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 437 (sequence 5)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Falaschas iabesslnische Juden). 437 Aegypten und das westliche Arabien erobert und sich hierdurch zum Herrn des rothen Meeres gemacht hatte, unterstützte er den adelitischen König Muhamed Granje in seine!» Kampfe gegen den .Kaiser David mit Geld und Waffen, namentlich mit den bis dahin in Abessinien unbekannten Feuerwaffen. Hierdurch wurde Granje den Abessiniern überlegen, und während zu gleicher Zeit von Südwesten her aus dem Innern Afrikas die wilden Schaaren der Gallas vorgedrungen waren imb sich der Südprovinzen des Reiches bis zun! blauen Nil bemächligt hatten, drang Muhamed Granje in das innere Abessinien ein, schlug die Heere des Kaisers David bis zur Vernichtung und eroberte fast das ganze Land. Es scheint auch dem Judenstaate in Semiün sehr zugesetzt zu haben, sodaß dessen Königspaar Gideoir und Judith gezwungen wurden, vom Kaiser abzufallen und dein Granje zu huldigen. Sie mußten den Muhamedanern sogar eine ihrer Bergfesten übergeben. Unter der Regierung des folgenden Kaisers Claudius — von 1540 bis 559 נ — »ahm die Sache eine andere Wendung. Dieser Kaiser wurde in feinem Kampfe gegen den furchbaren Muhamed Granje von den Portugiesen unlerftützt, die ihm ein kleines Heer von 450 Mann unter Führung eines tapfern Ossiziers, Christoph de Gama, zu Hülse sandten. Die Falaschas von Semi4n erwiesen sich jetzt als treue Vasallen des Claudius. Eine ihrer Festungen befand sieb, wie bereits angeführt ist, in den Händen der Adeliten. Als nun Gama, bei dessen Heere sich die Gemahlin des Kaisers befand, im Jahre 1542 durch Serniön zog, »rächte ihm der jüdische Häuptling, dem die Feste gehörte — vielleicht war es König Gideon selbst — den Vorschlag, ihm dieselbe in die Hände zu liefern. Die auf einem hohen steilen Berge belegene Festung war in gleicher Weise, wie die übrigen Burgen der Falaschas durch ihre natürliche Lage außerordentlich geschützt, während sie von 1500 mnhamedanischen