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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 10 · p. Seite 436

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 10
Article
Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden)
Date
1878-01-01
Page
Seite 436 (sequence 4)
Language
German
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,436 Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden). schweren Krieg führen. Sie hatten ein zahlreiches Heer aufgestellt, gegen welches der Kaiser seinen Feldherrn Tzaga Christos aussandte. Diesein gelang es auch, die Juden zu besiegen, jedoch mit keinem weiteren Erfolge, als daß sie sich in ihre Felsenbürgen zurückzogen. In gleicher Weise finden wir ungefähr hundert Jahre später den Kaiser Jsaac — von 1412 bis 1429 — im Kampfe gegen die Falaschas. Ihr damaliger König oder Heerführer Bet Adjer wagte bei Kossogunö in der Provinz Waggara eine offene Feldschlacht gegen den Kaiser, welcher selbst in das Feld gezogen war. Die Juden wurden geschlagen, was den Kaiser, der die Tapferkeit der Feinde sehr gefürchtet haben mochte, mit solcher Geuugthuung erfüllte, daß er auf dem Schlachtfelde eine, nach ihm Debra Jsaac genannte, Kirche errichten ließ, die noch im 18ten Jahrhunderte vorhanden war. Die Unruhe des Kaisers über den Ausgang des Kampfes und die Freude über den erfochtenen Sieg mochte um so größer sein, als, nach Bruce, dieser Krieg nicht etiva durch kriegerische Einfälle der Falaschas, sondern durch die Ungerechtigkeit des Kaisers Jsaac veranlaßt worden war. Von dieser Zeit an hören wir über 100 Jahre nichts von den Juden in Semisn. Die nächsten Nachrichten stammen aus einer für das abessinische Volk überaus verhängnißvollen Epoche. Die christlichen Herrscher des Landes hatten schon seit länger» Jahren fortwährende Kämpfe mit ihren nruhamedanischen Nachbaren, namentlich den Königen von Ad4l*) zu bestehen. Als nun unter der Regierung des Kaisers Lebena Denghel oder David — von 1508 bis 1504 — der türkische Sultan Selim ') Das Königreich Adel unifaßte den Bezirk des jetzigen Jmanats HLrrar, welches sich südöstlich von Abessinien an der Südküste des arabischen Meeres bis zum Kap Gardafai erstreckt und von den fanatischen Somalis bewohnt wird.

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