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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 9 · p. Seite 430

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 9
Article
Eine Localität Lod bei Jerusalem
Date
1878-01-01
Page
Seite 430 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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48d ׳ Eine Tocälität Löd bei Jsrusaleck. sakemischen (das. 25d.; Jebmuot löd.) lautet sie: כך עשו לבן סוטרא בלוד הכמינו עליו שני תלמידי חכמים והביאוהו לבית חן וסקלוהו. Es ist nicht zweifelhaft, daß unter בן סטדא oder סוטדא Jesus zu verstehen ist. In b. Sabbat (nncens. ed. p. 104 b.), wo von סטדא p die Rede ist, wird dieser mit בןפנדירא, dem Sohn Panthera's, d. h. Jesus identificirt. Der Zusatz, daß dieser Ben-Satada am Vorabend des Pascha-Festes gehängt worden, weist geradezu auf Jesus hin 1). Diese Notiz, welche gewiß aus einer echten Tradition stammt, sagt also aus, daß das Synhedrin oder das Gericht, um sich über Jesu geheimgehaltenen letzten Gedanken Gewißheit zu verschaffen, in Löd hinter einem Zaune zwei Zeugen habe verbergen lassen, welche deffen Worte genau vernehmen sollten. Diese haben seine Unterredung, ivelche er mit einem seiner Verrath sinnenden Jünger seines Kreises gehalten, vernommen und vor Gericht Zeugniß darüber abgelegt. Ohne hier darauf einzugehen, daß dem wohl ein historisches Factum zu Grunde zu liegen scheint, und daß dadurch die Verrätherei des Judas Jscharjot richtiger verstanden wird, soll hier nur die Localität in Betracht gezogen werden: Ben-Satada oder Jesus sei in Lod ausgeforscht worden. Wenn also an dieser Stelle von Jesus die Rede ist, so kann dieser Vorgang unmöglich in Lydda statt gefunden haben. Wie kam die Tradition oder selbst die Sage darauf, ihn so weit ab von Jerusalem weilen zu kaffen? Die zwei ersten Evangelien nennen, gewiß aus christlicher Tradition, den Ort, wo Jesus in den letzten Stunden vor seiner Gefangenschaft geweilt hat und wo er von Judas verrathen wurde, Gethsemane (Matthäus 26, 36; 47 fg. Marcus 14, 32;43). Das Johannesevangelium *) Die Angabe R. Eliesers, daß dieser Ben-Satada oder Sutada Zauberei aus Aegypten mitgebracht habe (Sabbat 104 b.): בן סטדא הוציא כשפים שמצרים, weist ebenfalls auf Jesus hin und entstammt der Sage, daß die Mutter mit ihm nach Aegypten entflohen sei (Matthäus 2,14—15).

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