Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 418 (sequence 19)
- Language
- German
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418 Die Religionßphilosophie des Abraham ibn Daud aus Töledü. Verwirklichung der Formen in der Materie zur unmittelbaren Folge habe 1). _ י) Ein. Ram. S. 66 Text, deutsche Uebers. S. 83; das. S. 60 Text, deutsche Uebers. S. 75. Auch die hier dargestellte Theorie des ״Volkes" stimmt mit SchahrestanLs Bericht über die Lehren der Szabia vielfach überein. Bekanntlich bildete die Lehre von dm ״geistigen Mittelwesen" oder Intelligenzen den eigentlichen Kernpunkt des Sabäismus. Nach der Angabe Schahrestani's wurden die Szäbia wegen der hervorragenden Bedeutung, welche sie dieser Lehre in ihrem Systeme eingerüumt hatten, geradezu die ״Anhänger der geistigen Wesen" genannt, Schahrest.il. S. 4. Ueber die Art der Einwirkung der geistigen Wesen auf die sublunarische Welt lehrten die SzUbia nach Schahrest. II. S. 6 Folgendes: ״Die geistigen Wesen sind die vermittelnden Ursachen beim Hervorbringen und Schaffen, bei der Verwandlung der Dinge aus einem Zustande in den anderen und der Weiterführung der geschaffenen Dinge vom Anfang zur Vollendung, welche die Kraft von der göttlichen heiligen Majestät zu Hülfe rufen und die göttliche Gabe auf die niederen Existenzen herabströmen lassen". Das.: ״Das Thun der geistigen Wesen besteht nun in der Bewegung derselben nach einer eigenthümlichen Bestimmung, damit aus ihren Bewegungen in den Natursubstanzen und Elementen Hervorbringungen geschehen, woraus Zusammensetzungen und Mischungen unter den Zusammensetzungen entstehen, und ihnen körperliche Kräfte folgen und danach geistige Seelen zusammengesetzt werden gleich den Arten der Planzen und den Arten der Thiere, dann aber fänden die Einwirkungen statt, bald universelle, welche von einem universellen geistigen Wesen Herkommen, bald partielle, welche von einem partiellen geistigen Wesen Herkommen". Schahrest. II. S. 16: ״Und der Leiter in jener (der geistigen) Welt wird nach der Lehre Der Szabia der erste Geist . . . genannt". Schahrest. II. S. 44: ״Denn ihrer (der Szabier) Ansicht nach, besteht die eigentliche Schöpfung des höchsten Herrn in dem Hervorbringen der geistigen Wesen, ferner in der U e b e r w e i s u n g der Dinge der höheren Welt an sie; und das den geistigen Wesen eigenthümliche Thun besteht in der Bewegung der Behausungen, ferner in der Ueber Weisung der Dinge der niederen Welt an sie, gleich demjenigen, der ein Werk baut und die Haupterfordernisse der Arbeit hinstellt, nämlich den Arbeiter, den Stoff, das Werkzeug und die Form und die Arbeit den Schülern überläßt". A. b. D. hat in seiner Darstellung der Ansichten des ״Volkes" wahrscheinlich die ältere Form des Sabäismus im Auge, in der die Leitung der sublunarischen Welt fast ausschließlich auf die geistigen Wesen zurückgeführt wird, während in. einer späteren Entwicklungsperiode der sabäischen Lehre der Einfluß der ״Be- Hausungen", worunter die Himmelssphären zu verstehen sind (Chwoisohn II. H. 701. Anmerk. 15), mehr hervortritt, vgl. Schahrest. II. S. 37.