Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 417 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 417 plexionen und Kombinationen der Himmelskörper, sondern auf ein geistiges Princip, und zwar auf eines der Mittelwesen zurückzuführen. Die Annahme eines solchen in sich beharrenden und keiner Veränderung unterworfenen Entstehungsprincips lasse auch die beharrende Existenz der Einzeldinge, sowie die den Formen eigenthümliche Unveränderlichkeit der Gattungsmerkmale begreiflich erscheinen, während die Vergänglichkeit der Einzeldinge und die innerhalb einer jeden Gattung hewortretende Verschiedenheit zwischen den einzelnen Individuen allerdings in den bei der Emanation der Formen, zwar nicht als Princip, aber doch gewissermaßen als Werkzeug mitwirkenden Komplexionen der Himmelskörper ihre ausreichende Erklärung fänden *). Durch die Bewegungen der Himmelskörper wird die erste Materie auch für die Aufnahme der Formen gleichsam vorbereitet, . sodaß dieselben, wie sie von dem sormenspendenden, geistigen Wesen gedacht würden, sogleich auf die zu ihrer Aufnahme bereite Materie emaniren können. Denn so muß man die Einwirkung der die Formen spendenden Intelligenz auf die sublunarische Welt sich vorstellen, daß das Denken der Formen von Seiten der Jntelligenz deren Emanation auf die sublunarische Welt, d. i. die 1) An diese Auseinandersetz 1mg knüpft A. b. D. wieder eine Polemik gegen Gebirol. Dieser habe zwar gleichfalls ein geistiges Wesen als formenspendendes Princip angenommen, er habe aber auf dieses Wesen zugleich auch die Verschiedenheit der Formen der Einzeldinge zurückgeführt, so daß eines derjenigen Wesen, die nächst Gott die einfachsten sein sollen, durch die Vereinigung der verschiedenen Formen in ihm zu einem der complicirtesten werde. Allein Gebirol hat diesem Einwande an derselben Stelle, wo er die hier von A. b. D. citirte Ansicht ausspricht, auch schon vorzubeugen gesucht. Nach seiner Vorstellung sollen nämlich die aus der Intelligenz emanirenden Formen, so lange sie in dieser selbst verharren, eine Wesen sein heit bilden und sich erst durch ihre Vereinigung mit der Materie differenziren, Mekor Chajim (Munk, Mölanges) V, 15: וכשתהיה צורת השכל תחייב הידיעה בצורת כל דבר, התחייב מזה שיהיו כל הצורות מדובקות בה קמות בה, כי כל הצורות כבראות בה, ר״ל שהן מתאחדות בעצמה התאחדות עצמית רוחבית, ועל כן היתה צורח השכל כללית וגד, Graetz, Monatsschrift XX VU S. 27