Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 413 (sequence 14)
- Language
- German
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Die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud aus Toledo. 413 Vorstellung ihres eigenen Wesens und des der ersten Intelligenz eine zweite Himmelssphäre. Indem so jede Emanation einer Intelligenz wieder neue Emanationen aus sich hervorgehen läßt, entfernen sich die Intelligenzen aber immer mehr und mehr von ihrem ersten Ursprung, von Gott, und je mittelbarer dadurch ihr Zusammenhang mit diesem wird, desto unvollkommener wird auch ihr Wesen; ebenso wird auch in die Himmelssphären mit der zunehmenden Zahl der Emanationen eine immer größere Verschiedenheit und Vielheit hineingetragen, da dieselben ja von den Intelligenzen durch die Vorstellung ihres eigenen Wesens und des aller ihnen übergeordneten Intelligenzen erzeugt werden'). Diese stufenmäßige Aufeinanderfolge von Emanationen findet jedoch bei der Mondsphäre einerseits und der ״wirkenden Vernunft" andererseits ihren Abschluß. Die ״wirkende Vernunft" ist die zuletzt emanirte Intelligenz, die jedoch selber weder eine Intelligenz noch eine Sphäre aus sich emaniren läßt, sie steht vielmehr einzig und allein nur noch mit der menschlichen Seele in Verbindung *). ') Ein. Ram. II. Hauptabschnitt, vierter Glaubenssatz, drittes Capitel S. 62—68 Text, deutsche Uebers. S. 78—87. Diese Darstellung giebt die Emanationstheorie Alfarabi's und Jbn-Sina's genau wieder, vgl. Msarabi, Principia (Sepher ha-Assiph) S. 3, 18 u. a.; Ibn-Lina, Schahrest. II. S. 262 sfgd. A.b. D. citirt hier eine aristotelische Schrift מפר הנ2וה, die von Alfarabi unter dem (selbstverständlich dem entsprechenden arabischen) Titel: ספר המקומות übersetzt worden sei; gemeint ist natürlich die unter dem Namen Tom,xd bekannte Schrift des Aristoteles, vgl. Steinschneider Al-Farabi S. 53. Die von ihm citirten Sätze sind, wie A. b. D. angiebt, dem Gebiet des ״M e h r oder Blinder" entnommen, womit auf Top.ffi, 114.d, 10 hingewiesen wird: "Eu ix 7,02!xdXXov xai fjiTOv x. c. X. Der Satz: כאשר היה לדבר מה תואר מה, אח״ב כל מה שהיה זה הדבר יותר רב, היה התואר לו יותר טוב, הנה לו התואר מחוייב באמת, lautet bei Aristöt.: xQ^m/iog S’ovv nqög o xönog. ei fxev yäo äxoXovÜeZ zrt tov i'7T0xecjxevov iraöoo1 ■!׳ >j mv crv/i^eßijxörog imdoGig, xabdneq eiqrycai, dijXov otc aui-ifießrjxtv, ei de ta) axoXoviXeZ ov avfißeßijxev. *) Mit den christlichen Scholastikern des Mittelalters theilt auch Maimonides den Jrrthum, die Einanationstheorie schon dem Aristoteles